International

EU-Staaten verschieben Methan-Regeln für Öl- und Gasimporte auf 2028

6. November 2026, 16:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die EU-Länder wollen Importeure von Öl, Gas und Kohle ein Jahr später in die Pflicht nehmen und begründen das mit der Energiekrise. Das Europaparlament geht weiter, und auch die Staaten lassen die Tür für zusätzliche Verschiebungen offen.

Die Botschafter der EU-Staaten haben sich am 6. November auf eine Position zur Methan-Verordnung geeinigt. Importeure von Öl und Gas sollen erst ab dem 1. Januar 2028 statt ab dem 1. Januar 2027 den Methanausstoss ihrer Lieferungen überwachen, melden und prüfen lassen. Nach zwei gescheiterten Anläufen unterstützten die Staaten den Kompromiss der irischen Ratspräsidentschaft. Methan ist ein starkes Treibhausgas, das Erdgasförderung und Pipelines freisetzen können.

Auch die weiteren Stufen rücken nach hinten. Die Methanintensität, also der Ausstoss je Energieeinheit, muss ab dem 5. August 2029 gemeldet werden. Höchstwerte gelten ab dem 5. August 2031. Betroffen sind auch Kohleimporte. Irlands Energieminister Darragh O'Brien sprach sinngemäss von einem pragmatischen Weg angesichts des Drucks auf den Energiemärkten.

Weitere Verschiebungen sind möglich

Der Kompromiss enthält eine Prüfklausel. Die EU-Kommission muss bis zum 30. September 2027 beurteilen, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, etwa genügend unabhängige Prüfer. Falls nicht, kann die Frist um ein weiteres Jahr rücken. Eine zweite Prüfung bis zum 30. Juni 2028 könnte laut einem Bericht von Global Banking & Finance sogar eine dritte Verschiebung erlauben. Léa Pilsner vom Environmental Defense Fund Europe warnte gegenüber EUobserver sinngemäss, aus einer Verzögerung würden so mehrere.

Rechtskräftig ist das noch nicht. Der Rat muss sich mit dem Parlament einigen, und zwar möglichst vor Jahresende. Sonst bleibt der 1. Januar 2027 bestehen. Das Parlament hatte am 22. Oktober mit 341 zu 225 Stimmen bei sechs Enthaltungen für weiter gehende Lockerungen gestimmt. Importeure sollen demnach bis zum 31. Mai 2031 Zeit erhalten, die Gleichwertigkeit bestimmter Lieferverträge nachzuweisen.

Druck aus Washington und Paris

Laut Global Banking & Finance hatten die USA für Änderungen lobbyiert, und Druck aus Frankreich trug zum Vorschlag der Kommission bei. Diese argumentierte, die Regeln könnten es den EU-Ländern während der Störungen durch den Iran-Krieg erschweren, genug Öl und Gas zu beschaffen. Die Nordseesorte Brent kostete am Freitagnachmittag rund 100,70 Dollar (CHF 83) je Fass.

Die Verschiebung garantiert laut Brussels Morning keine tieferen Strom- oder Gaspreise. Die Verordnung selbst bleibt in Kraft, ihre übrigen Bestimmungen gelten weiter.

Quellen

  1. EU-Länder wollen Methan-Verordnung um ein Jahr verschieben (06.11.2026) – Der Standard
  2. EU states back one-year methane delay, but leave door open for more (06.11.2026) – EUobserver
  3. EU backs one-year delay to methane rules over Iran war disruption (06.11.2026) – Global Banking & Finance
  4. Methane Rules Delay Backed by EU Amid Energy Fears (06.11.2026) – Brussels Morning

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.