Evonik wird optimistischer und stärkt seine Position gegenüber BASF: Operativer Gewinn steigt um 40 %
Der Essener Spezialchemiekonzern erwartet für 2026 nun die obere Hälfte seiner Gewinnspanne. Das dritte Quartal brachte dank Lieferproblemen asiatischer Konkurrenten deutlich mehr Ertrag, unter dem Strich bleibt aber ein Verlust. BASF wirbt weiter um das Unternehmen.
Evonik steigerte das bereinigte EBITDA, also den operativen Gewinn vor Abschreibungen und Sondereffekten, im dritten Quartal um 40 % auf 629 Mio. Euro (CHF 576 Mio.). Ein Jahr zuvor waren es 448 Mio. Euro (CHF 410 Mio.). Der Umsatz wuchs um 13 % auf 3,83 Mrd. Euro (CHF 3,5 Mrd.). Damit lag der Umsatz knapp über und der Gewinn knapp unter den Analystenschätzungen von 3,81 Mrd. Euro (CHF 3,5 Mrd.) und 633 Mio. Euro (CHF 580 Mio.).
Unter dem Strich schrieb der Konzern erneut rote Zahlen: Der Verlust betrug 53 Mio. Euro (CHF 49 Mio.) nach 106 Mio. Euro (CHF 97 Mio.) im Vorjahr. Ausschlaggebend waren Rückstellungen für das Sparprogramm, unter anderem für Abfindungen.
Rückenwind aus dem Iran-Krieg
Europäische Chemiefirmen profitieren derzeit von höheren Verkaufspreisen, weil Wettbewerber in Asien stärker unter den Folgen des Iran-Kriegs leiden. Auch BASF meldete zuletzt Vorteile durch Preise und Nachfrage.
Für 2026 rechnet Evonik jetzt mit einem bereinigten EBITDA in der oberen Hälfte der Spanne von 2,0 bis 2,2 Mrd. Euro (CHF 1,8 bis 2,0 Mrd.). Das vierte Quartal soll über dem Vorjahreswert liegen. Die Analysten erwarten im Schnitt bereits 2,2 Mrd. Euro, also das obere Ende. Interimschef Claus Rettig zeigte sich laut Reuters noch optimistischer als zuvor und griff zu einem Bild: Drachen flögen bei Gegenwind am höchsten. Rettig führt den Konzern, seit Christian Kullmann im August aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist.
Übernahmepoker mit BASF
Besondere Aufmerksamkeit erhalten die Zahlen wegen des Interesses von BASF. Berichten zufolge lag das Angebot zuletzt bei 24 Euro (CHF 22) je Aktie, die Konditionen hat Evonik selbst nicht genannt. Am 30. Oktober erklärte der Konzern, auf Basis der vorliegenden Informationen keine Übernahmeverhandlungen aufzunehmen und auf Eigenständigkeit zu setzen. Einen rein informativen, vertraulichen Austausch schloss der Vorstand aber nicht aus.
Zudem soll Evonik den US-Konkurrenten Ashland prüfen. Eine Schlüsselrolle kommt der RAG-Stiftung zu, die rund 43 % der Anteile hält. Die Evonik-Aktie schloss am Montag in Frankfurt bei 20,74 Euro (CHF 19), rund 16 % unter dem berichteten Angebot.
Quellen
- Quartalszahlen: Evonik steigert operativen Gewinn und wird optimistischer (03.11.2026) – Handelsblatt
- Chemiekonzern Evonik noch etwas optimistischer für 2026 (03.11.2026) – finanzen.net / dpa-AFX
- Evonik Q3 Earnings Miss Estimates, Raises Year-End Profit Outlook (03.11.2026) – Global Banking & Finance Review / Reuters
- Evonik Industries Aktie: Q3-EBITDA steigt um 40 Prozent, 2026-Ausblick wird optimistischer (03.11.2026) – Goldesel
- BASF Aktie: Evonik hebt Ausblick an (03.11.2026) – Goldesel
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.