Geldpolitik

Update: EZB lässt Einlagensatz bei 2,50 % und warnt vor Zweitrundeneffekten des Energieschocks

29. Oktober 2026, 14:34 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Europäische Zentralbank hat ihre Leitzinsen am Donnerstag wie erwartet nicht verändert. Der Einlagensatz bleibt bei 2,50 %. In ihrer Erklärung betont die Notenbank aber die Inflationsrisiken durch die hohen Energiepreise und hält sich weitere Schritte offen.

Update, 14.35 Uhr: Der EZB-Rat hat um 14.15 Uhr Schweizer Zeit entschieden, alle drei Leitzinsen unverändert zu lassen. Der Einlagensatz liegt weiter bei 2,50 %, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 % und der Satz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität, also für kurzfristige Notkredite an Banken, bei 2,90 %. Die Notenbank hatte die Zinsen in diesem Jahr bereits zweimal angehoben. Eine Pause war allgemein erwartet worden: In einer Reuters-Umfrage hatten 70 von 73 Ökonomen damit gerechnet.

Energieschock drückt auf Inflation und Wachstum

Die Begründung fällt deutlich aus. Laut der EZB-Erklärung sind die Energiepreise weiter gestiegen und haben die Inflationsaussichten nach oben verschoben. Der Rat rechnet damit, dass das grössere Ausmass und die längere Dauer des Energieschocks sowie sogenannte Zweitrundeneffekte die Teuerung erhöhen und gleichzeitig das Wachstum schwächen. Zweitrundeneffekte entstehen, wenn höhere Energiepreise auf Löhne und andere Preise überspringen.

Bisher sieht die EZB davon allerdings wenig. Die zugrunde liegende Inflation sei weitgehend stabil geblieben, und die Löhne hätten noch nicht wesentlich reagiert, heisst es. Zudem hätten sich die Finanzierungsbedingungen seit der letzten Sitzung verschärft. Höhere Marktzinsen bremsen also bereits die Kreditvergabe, ohne dass die Notenbank selbst handeln muss. Die Teuerung im Euroraum liegt trotzdem auf dem höchsten Stand seit drei Jahren und klar über dem Ziel von 2 %.

Keine Festlegung für Dezember

An ihrer Linie hält die EZB fest: Sie entscheidet von Sitzung zu Sitzung und abhängig von den Daten, einen festen Zinspfad gibt sie nicht vor. Gleichzeitig erklärt sie sich bereit, alle Instrumente anzupassen, um die Inflation mittelfristig bei 2 % zu stabilisieren. Das Kriseninstrument TPI, mit dem die EZB ungeordnete Ausschläge an den Anleihenmärkten einzelner Länder bekämpfen kann, steht weiter zur Verfügung. Mit Blick auf die Unruhe um französische Staatsanleihen ist das ein wichtiges Signal.

Viele Beobachter erwarten eine weitere Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte an der Sitzung vom 17. Dezember, dann mit neuen Prognosen der EZB-Fachleute. Auch die Fed hatte am Mittwoch pausiert, an den Märkten gelten Zinsschritte auf beiden Seiten des Atlantiks vor Jahresende als wahrscheinlich. Francesco Pesole von der ING sagte vor dem Entscheid sinngemäss, ein klares Signal, dass im Dezember über höhere Zinsen gesprochen werde, könnte die Märkte überraschen.

Der Entscheid wird vom angekündigten Rücktritt von Christine Lagarde überschattet, die am 7. Februar 2027 abtritt. Um 14.45 Uhr stellt sie sich den Fragen der Medien, es ist eine ihrer letzten Pressekonferenzen als Präsidentin. Am Devisenmarkt gab der Euro am frühen Nachmittag nach. Er kostete gegen 14.30 Uhr rund 0,9215 Franken nach 0,9233 am Vortag und 1,1127 Dollar nach 1,1157. Dazu trugen auch starke US-Konjunkturdaten bei, die kurz zuvor veröffentlicht worden waren. Der Dax stieg um rund 1,3 % auf etwa 26 040 Punkte.

Quellen

  1. EZB läßt Zinsen unverändert (29.10.2026) – Finanzmarktwelt
  2. EZB lässt Leitzins trotz hoher Inflation vorerst bei 2,5 Prozent (29.10.2026) – Handelsblatt
  3. EZB-Chefin Lagarde kündigt Rücktritt im Februar an, Leitzins bleibt stabil (29.10.2026) – Der Standard
  4. Konjunktur, EZB-Änderung und Euro-Risiko: Der News-Überblick am 29. Oktober 2026 (29.10.2026) – IT Boltwise
  5. ECB to hike rates again in December as inflation almost doubles 2% target: Reuters poll (08.10.2026) – Reuters / Yahoo Finance

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.