Geldpolitik

Update: Fed lässt Leitzins bei 3,75 bis 4,00 %, zwei Mitglieder wollten bereits erhöhen

28. Oktober 2026, 19:22 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die US-Notenbank hat am Mittwochabend wie erwartet eine Zinspause eingelegt. Der Entscheid fiel nicht einstimmig: Lisa Cook und Beth Hammack stimmten für eine weitere Erhöhung. Die Märkte rechnen nun fest mit einem Schritt im Dezember.

Update, 19.25 Uhr: Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) belässt ihren Leitzins in der Spanne von 3,75 bis 4,00 %. Das gab sie am 28. Oktober um 19 Uhr Schweizer Zeit bekannt. Im September hatte sie den Zins erstmals seit Juli 2023 um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Nun folgt eine Pause, wie es fast alle Ökonomen erwartet hatten. Weniger als 10 % der Händler hatten vorab mit einer Erhöhung gerechnet.

Zwei Gegenstimmen für höhere Zinsen

Einstimmig fiel der Entscheid nicht. Zwei der zwölf stimmberechtigten Mitglieder des Zinsgremiums sprachen sich für eine sofortige Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte aus: Gouverneurin Lisa Cook und Beth Hammack, Präsidentin der Fed-Niederlassung in Cleveland. Fed-Chef Kevin Warsh und die übrigen Mitglieder stimmten für die Pause. Ende Juli hatten noch drei Regionalpräsidenten für eine Erhöhung votiert.

In ihrer knappen Mitteilung hält die Fed fest, die Inflation bleibe erhöht. Sie will weitere Daten abwarten und lässt offen, ob und wann sie erneut erhöht. Weitere Schritte könnten je nach Preisentwicklung folgen, einen festen Kurs nennt die Notenbank aber nicht. Warsh gilt als zurückhaltend mit Hinweisen auf den künftigen Zinspfad. Märkte sollten sich laut ihm an den Wirtschaftsdaten orientieren, nicht an Äusserungen von Notenbankern.

Teuerung fast doppelt so hoch wie das Ziel

Der Druck auf die Fed bleibt gross. Die Konsumentenpreise stiegen im September um 3,7 % gegenüber dem Vorjahr, nach 3,4 % im August. Das ist fast das Doppelte des Ziels von 2 %. Hauptgrund sind höhere Preise für Öl, Treibstoff und Gas infolge des Konflikts im Nahen Osten. Gleichzeitig kühlt der Arbeitsmarkt ab: Im September entstanden nur 29'000 neue Stellen, die Arbeitslosenquote stieg auf 4,2 %.

Politisch ist der Zeitpunkt heikel. Die Pause fällt wenige Tage vor die Kongresswahlen vom 3. November. Präsident Donald Trump fordert trotz steigender Preise deutliche Zinssenkungen.

Blick auf Dezember und die EZB

Für die nächste Sitzung vom 9. Dezember erwarten laut Handelsblatt rund 86 % der Marktteilnehmer eine Erhöhung. Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust, sieht den Schritt nur aufgeschoben. Die erste Marktreaktion fiel verhalten aus: Der S&P 500 lag kurz nach dem Entscheid knapp im Plus, der Dollar notierte weiterhin bei rund 0,83 Franken. Am Donnerstag folgen der von der Fed stark beachtete PCE-Preisindex und der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank. Nach US-Börsenschluss legen zudem Alphabet und Microsoft ihre Quartalszahlen vor.

Quellen

  1. Fed legt kurz vor Zwischenwahlen Leitzinspause ein (28.10.2026) – cash.ch / Reuters
  2. Zinsen in den USA – Fed lässt Leitzins vor US-Zwischenwahlen unverändert (28.10.2026) – SRF
  3. Geldpolitik: US-Notenbank hält Zinsen unverändert – nächster Schritt im Dezember? (28.10.2026) – Handelsblatt
  4. PREVIEW: Federal Reserve Rate Decision due Wednesday, October 28th at 18:00GMT/14:00EDT (27.10.2026) – Newsquawk

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.