Rohstoffe

Kerosin wird knapp: Bund öffnet Pflichtlager erneut, 17,4 % der Reserven sind freigegeben

3. November 2026, 17:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der Bund gibt bis zu 50 000 Kubikmeter Flugpetrol aus den Pflichtlagern frei, damit die Flughäfen Zürich und Genf im November versorgt bleiben. Es ist die zweite Freigabe innert weniger Wochen. Die Kompetenzgrenze des zuständigen Delegierten ist fast erreicht.

Roland Pfister, Delegierter für wirtschaftliche Landesversorgung, hat am 3. November weitere Bezüge von Flugpetrol bewilligt. Die Freigabe gilt bis zum 29. November und umfasst höchstens 50 000 Kubikmeter. Zusammen mit den 30 000 Kubikmetern von Mitte Oktober, die nur für den Flughafen Zürich bestimmt waren, sind damit 17,4 % der Pflichtlagerbestände für Flugpetrol angebrochen. Pflichtlager sind Reserven für Versorgungskrisen. Sie gehören den zur Lagerhaltung verpflichteten Firmen, der Bund legt fest, welche Waren in welcher Menge eingelagert werden.

Raffinerien und Bahn als Engpass

Als Gründe nennt das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung Einschränkungen bei Raffinerien in Südfrankreich und Deutschland sowie Ausfälle im Bahnverkehr. Zürich und Genf seien trotz der im November tiefen Nachfrage auf die Lager angewiesen.

Die Versorgung mit Mineralölprodukten ist seit Monaten angespannt, vor allem wegen der eingeschränkten Rheinschifffahrt. Transporte wurden bereits auf Schiene und Strasse verlagert, diese stossen laut Bund nun aber an Grenzen. Seit September griff der Bund viermal auf Pflichtlager zurück. Für Diesel laufen Bezüge noch bis zum 22. November. Benzin und Heizöl gelten als gesichert, die Lage bleibt aber auch dort angespannt.

Spielraum wird enger

Der Delegierte kann Bezüge von bis zu 20 % in eigener Kompetenz bewilligen. Mit 17,4 % bleiben ihm noch 2,6 Prozentpunkte. Für grössere Mengen bräuchte es eine Freigabeverordnung des Wirtschaftsdepartements von Bundesrat Guy Parmelin. Die Reserven waren zudem schon vor der jetzigen Knappheit nicht voll: Im April lagen die Bestände laut SRF bei 72 statt der vorgeschriebenen 90 Tage des durchschnittlichen Absatzes.

Für die Luftfahrt fällt die Knappheit in eine ohnehin teure Phase. Die Swiss nannte am selben Tag für die ersten neun Monate eine fast milliardenschwere Treibstoffrechnung. Die Fluggesellschaft hatte zudem bereits höhere Ticketpreise angekündigt. Aus den Meldungen des Bundes geht nicht hervor, dass Flüge gestrichen werden müssten. Ziel der Freigabe ist es gerade, Engpässe an den Flughäfen zu verhindern.

Quellen

  1. Pflichtlager sichern erneut Flugpetrol-Versorgung an Flughäfen (03.11.2026) – cash.ch / AWP
  2. Wegen Engpass: Bund öffnet erneut Pflichtlager für Flugpetrol-Versorgung (03.11.2026) – 20 Minuten
  3. Erneuter Kerosin-Engpass: Bund gibt weitere Reserven frei (03.11.2026) – Blick
  4. Bund bewilligt Bezüge aus Flugpetrol-Pflichtlager für Zürich (15.10.2026) – Bundesrat
  5. Exklusive Tankreserven: Schweiz als Treibstoffinsel in Europa (27.04.2026) – SRF

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.