Franken gewinnt, Dollar fällt unter 82 Rappen: Gold steigt nach den Midterms über 4000 Dollar (CHF 3265)
Der Sieg der Demokraten bei den US-Kongresswahlen schwächt den Dollar. Er fiel gegenüber dem Franken auf ein Zweimonatstief, während Gold kräftig zulegte. Für die Schweizer Exportwirtschaft und die SNB ist das keine gute Nachricht.
Die Reaktion an den Devisenmärkten fiel am 4. November deutlich aus. Der Dollar sank im asiatischen Handel zeitweise bis auf 0,8125 Franken und lag am Morgen bei rund 0,8170 Franken. So tief stand er laut dem Wirtschaftsportal Tippinpoint seit zwei Monaten nicht mehr. Der Euro kostete zuletzt 0,9176 Franken nach 0,9183 Franken am Vorabend, das Nachttief lag bei 0,9145 Franken. Zum Dollar stieg er von 1,1190 auf 1,1230.
Weniger Ausgaben, tiefere Renditen
Die Begründung der Händler dreht sich um die Staatsfinanzen. Ein von den Demokraten kontrollierter Kongress dürfte die Ausgabenpläne von Präsident Trump bremsen. Das dämpft Inflationssorgen, und die Renditen fielen: Zweijährige US-Staatsanleihen rentierten laut Wall Street Journal so tief wie seit zwei Monaten nicht mehr. Tai Hui von J.P. Morgan Asset Management erwartet gegenüber Reuters, dass die Defizite künftig stärker begrenzt werden. Die Migros Bank fasste die erste Marktreaktion als «weniger fiskalische Wachstumsfantasie, mehr Nachfrage nach Sicherheit» zusammen.
Gold profitierte gleich doppelt, vom schwächeren Dollar und vom Bedürfnis nach Absicherung. Die Unze stieg laut Reuters um 2,4 % auf 4022 Dollar (CHF 3280), Silber gewann 4 % auf 51,74 Dollar (CHF 42). Kyle Rodda von Capital.com begründete den Rückgang von Dollar und Renditen mit einer möglichen Blockade zwischen Regierung und Parlament. Chris Weston von Pepperstone nannte die Nachfrage nach Schutz vor einer unberechenbaren Regierung als Stütze für Gold. Hinzu kommt der ungelöste Krieg zwischen den USA und dem Iran.
Druck auf Exporteure und SNB
Für die Schweiz hat die Bewegung zwei Seiten. Ein stärkerer Franken verbilligt Importe und drückt damit auf die ohnehin tiefe Teuerung, was den Spielraum der SNB verkleinern könnte. Die Migros Bank sieht zudem exportorientierte Industrie- und Konsumgüterfirmen unter zusätzlichem Druck.
Ob der Trend hält, ist offen. Trump könnte Gesetze mit seinem Veto stoppen oder per Dekret am Kongress vorbei regieren, wie Tippinpoint anmerkt. Auch die Meinungen der Fachleute gehen auseinander: Jesper Koll von der Monex Group erwartet gegenüber Reuters eher eine leichte Stütze für den Dollar und verweist auf die wahrgenommene grössere Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed. Nächster Prüfstein ist der US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag.
Quellen
- Devisen: Dollar gerät nach Niederlage der Republikaner unter Druck (04.11.2026) – cash.ch / AWP
- Der Franken geht als Sieger aus den US-Midterms hervor (04.11.2026) – Tippinpoint
- Gold jumps over 2% on softer dollar after Democratic midterm wins (04.11.2026) – Reuters / MarketScreener
- Market analysts react to Democratic sweep in US midterms (04.11.2026) – Reuters / Yahoo Finance
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.