Europäischer Gaspreis klettert auf fast 100 Euro, höchster Stand seit Ende 2022
Der europäische Referenzpreis für Erdgas ist am 26. Oktober auf 97,64 Euro je Megawattstunde gestiegen. Seit Jahresbeginn hat sich Gas damit mehr als verdreifacht. Treiber sind der Konflikt zwischen den USA und Iran sowie tiefe Speicherstände vor dem Winter.
Der TTF-Terminkontrakt zur Lieferung in einem Monat stieg am Montag an der Börse Amsterdam bis auf 97,64 Euro je Megawattstunde. Das ist fast 3 % mehr als am Freitag und der höchste Wert seit Ende 2022, wie die Agentur AWP meldet. Seit Anfang Oktober beträgt das Plus rund ein Drittel. Laut den Daten von Trading Economics liegt der Preis gut 200 % über dem Niveau vor einem Jahr. Zum Vergleich: Kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 kostete die Megawattstunde zeitweise über 300 Euro.
Nahost und Hormus im Fokus
Als wichtigster Preistreiber gilt der Krieg zwischen den USA und Iran. Die US-Regierung hat eine umfassendere Evakuierung von diplomatischem Personal im Nahen Osten angeordnet. US-Präsident Donald Trump deutete laut AWP an, die Angriffe auf Iran nach den Zwischenwahlen vom 3. November wieder aufzunehmen. Iran bereitet sich demnach auf Vergeltung vor. Für den Gasmarkt ist das heikel, weil die Strasse von Hormus eine der wichtigsten Routen für Flüssigerdgas (LNG) ist. Gemäss Trading Economics liegen die LNG-Lieferungen aus dem Persischen Golf rund 80 % unter dem Vorjahr.
Speicher deutlich weniger voll als vor einem Jahr
Zusätzlich drückt die Lage bei den Reserven auf den Markt. Die EU-Gasspeicher waren am 25. Oktober zu 74,62 % gefüllt, was für diese Jahreszeit unter dem historischen Durchschnitt liegt. In Deutschland liegt der Füllstand bei gut 61 %, nach etwa 75 % ein Jahr zuvor. Berlin hat den Staatskonzern SEFE angewiesen, zusätzliches Gas für die Speicher zu kaufen. Diese Nachfrage stützt den Preis weiter. Weil Lieferverträge meist länger laufen, kommen die Grosshandelspreise erst mit Verzögerung bei den Haushalten an.
Was das für die Schweiz heisst
Die Schweiz hat keine eigenen Gasspeicher und ist vollständig auf Importe angewiesen. Rund ein Viertel der Haushalte heizt mit Gas, wie Blick berichtete. Schweizer Lieferanten müssen mindestens 15 % des durchschnittlichen Jahresverbrauchs in ausländischen Speichern halten. Zudem haben Gaswirtschaft und Bund für den Winter eine Option auf Gas über die Transitleitung gesichert, die etwa ein Zehntel des Winterverbrauchs abdeckt. Anders als beim Strom können Gasversorger ihre Tarife auch unterjährig anpassen.
Quellen
- Europäischer Gaspreis weiter im Höhenflug - knapp unter 100 Euro (26.10.2026) – cash.ch / AWP
- EU Natural Gas – Price and News (26.10.2026) – Trading Economics
- Teures Gas und Mangellage drohen Schweiz bei kaltem Winter (25.09.2026) – Blick
- Gaswirtschaft und Wirtschaftliche Landesversorgung stärken die Vorsorge für den Winter 2026/27 (20.08.2026) – Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung / admin.ch
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.