GAV-Löhne steigen 2026 nur um 0,5 %, real bleibt für Angestellte nichts übrig
Die Effektivlöhne in den wichtigsten Gesamtarbeitsverträgen der Schweiz sind 2026 im Schnitt um 0,5 % gestiegen. Das ist weniger als halb so viel wie im Vorjahr. Bei einer erwarteten Teuerung von 0,6 % dürften die Reallöhne stagnieren.
Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat am 26. Oktober seine Erhebung zu den gesamtarbeitsvertraglichen Lohnabschlüssen veröffentlicht. Erfasst sind die wichtigsten Gesamtarbeitsverträge (GAV), also jene mit mindestens 1500 unterstellten Personen. Gemäss den Berichten der Nachrichtenagenturen AWP und Keystone-SDA erhöhten die Sozialpartner die Effektivlöhne für 2026 nominal um durchschnittlich 0,5 %. Im Vorjahr waren es noch 1,2 %, 2024 sogar 2,1 %.
Die vereinbarten Mindestlöhne stiegen um 0,8 %, nach 1,0 % im Jahr 2025. Von Anpassungen der Effektivlöhne sind knapp 700 000 Personen betroffen. Einem GAV mit Mindestlöhnen unterstehen gut 1,85 Millionen Arbeitnehmende.
Reallöhne treten an Ort
Für 2026 wird eine Teuerung von 0,6 % erwartet. Damit liegt die nominale Lohnerhöhung leicht darunter. Die Reallöhne im GAV-Bereich dürften in diesem Jahr deshalb nicht zulegen. Die Kaufkraft der betroffenen Angestellten bleibt im Durchschnitt etwa auf dem Niveau des Vorjahres.
Von den 0,5 % entfallen 0,3 Prozentpunkte auf individuelle und 0,2 Prozentpunkte auf kollektive Erhöhungen. Rund 45 % der für Lohnerhöhungen eingesetzten Summe wurden gleichmässig an alle Betroffenen verteilt.
Dienstleister vor der Industrie
Die Unterschiede zwischen den Sektoren sind deutlich. Im Dienstleistungssektor stiegen die Effektivlöhne um 0,8 %, in Industrie und Gewerbe nur um 0,2 %. Am stärksten fielen die Erhöhungen in Verkehr und Lagerei (+1,2 %) sowie bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (+1,0 %) aus. Am Schluss lagen das Baugewerbe (+0,2 %) und die verarbeitende Industrie (+0,3 %).
Auch die Art der Erhöhung unterscheidet sich. Im zweiten Sektor überwogen kollektive Anpassungen mit 83 % der Lohnsumme. Im Dienstleistungssektor dominierten individuelle Erhöhungen mit 64 %. Bei den Mindestlöhnen legten die kaufmännischen Angestellten und das Verkaufspersonal mit 2,3 % am meisten zu, die verarbeitende Industrie mit 0,1 % am wenigsten.
Quellen
- Effektivlöhne steigen 2026 im Schnitt um 0,5 Prozent (26.10.2026) – cash.ch / AWP
- Les salaires effectifs ont augmenté de 0,5% en 2026 (26.10.2026) – blue News / Keystone-ATS
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.