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Deutschland prüft Einstieg in Kampfjet GCAP: Pistorius will innert zwei Wochen mit Italien und Japan reden

2. November 2026, 20:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Nach dem Aus des FCAS-Projekts mit Frankreich sucht Deutschland den Anschluss an das britisch geführte Kampfjet-Programm GCAP. Verteidigungsminister Boris Pistorius drückt aufs Tempo. Für Airbus, BAE Systems und Leonardo geht es um Arbeitsanteile in einem Grossprojekt.

Pistorius trat am 2. November in Berlin gemeinsam mit dem britischen Verteidigungsminister Wes Streeting vor die Medien. Er kündigte an, innerhalb von zwei Wochen mit Italien und Japan zu sprechen, den beiden anderen GCAP-Partnern. Zeit sei in dieser Frage ein ganz kritisches Kriterium, sagte er laut Handelsblatt. Geklärt werden soll rasch, ob alle drei Länder Deutschland aufnehmen wollen und zu welchen Bedingungen.

Laut der Agentur Anadolu, zitiert vom Portal UA.News, sollen die Gespräche mit seinen Amtskollegen Guido Crosetto und Shinjiro Koizumi eine erste Einschätzung zum Zeitrahmen und zur Arbeitsteilung bringen. Danach falle die Entscheidung über das weitere Vorgehen oder einen Verzicht. Pistorius verwies demnach darauf, dass die drei Partner fünf Jahre am Vertragsrahmen gearbeitet hätten, und sagte sinngemäss, Deutschland und seine Partner könnten nicht noch einmal fünf Jahre verhandeln. Neue Kampfflugzeuge müssten Anfang der 2040er-Jahre verfügbar sein.

Vorgeschichte: FCAS gescheitert

Das deutsch-französische Projekt Future Combat Air System (FCAS) war im Juni nach jahrelangem Streit gescheitert. Am 8. Oktober zeigte sich der britische Premierminister Andy Burnham offen für einen deutschen Beitritt. Merz kündigte vergangene Woche in Tokio an, Berlin werde ein gemeinsames Projekt mit Japan und weiteren Partnern prüfen.

Was für die Industrie auf dem Spiel steht

GCAP wird von Edgewing entwickelt, einem Gemeinschaftsunternehmen, an dem BAE Systems, Leonardo und das japanische Konsortium JAIEC je ein Drittel halten. Im Juli erhielt Edgewing 4,6 Mrd. Pfund (CHF 5,1 Mrd.) für die nächste Entwicklungsphase. Eingeführt werden soll der Jet offiziell 2035. Deutschland wird als möglicher Partner mit einem Bedarf von rund 150 Flugzeugen gehandelt, Airbus verlangt einen wesentlichen Anteil an Arbeit und Führung, berichtet das Fachportal Quwa.

Genau hier liegt der Konflikt. BAE-Chef Charles Woodburn sagte Ende Juli, das Zeitfenster für neue Partner schliesse sich, und eine Erweiterung dürfe den Zeitplan nicht bremsen. Leonardo-Chef Lorenzo Mariani sprach von starkem Druck, die Einführung sogar um rund zwei Jahre vorzuziehen. Airbus will laut dem Portal Defence Industry Europe in den kommenden Wochen mit BAE sprechen. Airbus schloss am 2. November in Paris 1,9 % höher, Leonardo gewann in Mailand 0,6 %, BAE trat in London fast auf der Stelle.

Quellen

  1. Militärkooperation: Pistorius will Klarheit über Kampfjet-Kooperation (02.11.2026) – Handelsblatt
  2. Pistorius to discuss Germany joining fighter jet program (02.11.2026) – UA.News / Anadolu
  3. Leonardo and BAE chiefs float earlier GCAP service entry as partner window narrows (03.08.2026) – Quwa
  4. Germany weighs GCAP entry after FCAS collapse as Airbus and BAE Systems prepare for talks (29.10.2026) – Defence Industry Europe

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.