Rohstoffe

Gold erholt sich leicht vom tiefsten Stand seit einem Jahr: Zinsangst der Anleger bleibt

2. November 2026, 01:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Nach dem Absturz vom Freitag steigt der Goldpreis im asiatischen Handel am Montag wieder leicht an. Die Unze kostet rund 3900 Dollar (CHF 3215). Die Erwartung einer Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember lastet aber weiter auf dem Edelmetall.

Gold hat sich zum Wochenstart etwas gefangen. Am frühen Montagmorgen Schweizer Zeit notierte die Unze laut Trading Economics bei rund 3902 Dollar (CHF 3217), ein Plus von 0,7 % gegenüber dem Vortag. Gleichzeitig gaben die Ölpreise nach, was die Sorge vor einer neuen Teuerungswelle etwas dämpfte.

Die Erholung ist bisher bescheiden. Am Freitag, 30. Oktober, war der Goldpreis um 3,6 % auf rund 3875 Dollar (CHF 3195) eingebrochen. Das war der tiefste Schlusskurs seit Oktober 2025 und das erste Mal seit Juli, dass die Marke von 4000 Dollar (CHF 3298) unterschritten wurde. Über den ganzen Oktober verlor Gold gut 7 %. Es war der zweite Monatsverlust in Folge und der schwächste Oktober seit 2008.

Fed-Zinserhöhung wird immer wahrscheinlicher

Hauptgrund für den Ausverkauf sind die Zinserwartungen. Die US-Notenbank Fed hatte ihren Leitzins am 28. Oktober zwar bei 3,75 bis 4 % belassen, zwei Mitglieder stimmten aber bereits für eine sofortige Erhöhung. Laut dem FedWatch-Instrument der Börse CME rechnen Händler mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 70 bis 75 % mit einem Zinsschritt nach oben im Dezember. Steigende Zinsen machen Gold unattraktiver, weil das Metall keinen Zins abwirft.

Die Wirtschaftsdaten stützen diese Sicht. Der PCE-Preisindex, das bevorzugte Teuerungsmass der Fed, stieg im September auf 3,6 % gegenüber dem Vorjahr, die Kernrate lag bei 3,1 %. Das US-Bruttoinlandprodukt wuchs im dritten Quartal hochgerechnet aufs Jahr um 3,4 %. Dazu kam der Ausverkauf bei Technologieaktien: Nach Einschätzung von Marktbeobachtern mussten manche Anleger nach Verlusten Nachschussforderungen erfüllen und verkauften dafür auch Gold. In Indien und China blieb die Nachfrage nach physischem Gold verhalten.

Silber und Minenaktien noch stärker unter Druck

Andere Edelmetalle traf es härter. Silber fiel am Freitag zeitweise um 5,8 % auf 49,34 Dollar (CHF 40,70) und damit erstmals seit November 2025 unter 50 Dollar. Im Oktober verlor es rund 18 %. Die Aktien von Goldproduzenten fielen stärker als das Metall selbst. Kinross verlor am Freitag 7,7 %, Newmont rund 5 %. Laut Mining.com haben die fünf grössten nordamerikanischen Goldkonzerne seit ihren 52-Wochen-Hochs zusammen fast 140 Mrd. Dollar (CHF 115 Mrd.) an Börsenwert eingebüsst.

Vom Rekord ist Gold inzwischen weit entfernt. Am 28. Januar hatte die Unze bei 5419,83 Dollar (CHF 4468) geschlossen, rund 28 % über dem aktuellen Niveau. Die Commerzbank hält den Rückgang laut CNBC für übertrieben und erwartet weiterhin eine Erholung. Diese Woche richten sich die Blicke auf die US-Zwischenwahlen am Dienstag, 3. November, und auf den Arbeitsmarktbericht für Oktober am Freitag, 6. November. Die nächste Fed-Sitzung folgt am 8. und 9. Dezember.

Quellen

  1. Gold price slumps to one-year low, silver price breaks $50 as mining stocks tank (30.10.2026) – Mining.com
  2. Gold Price Today: $3,875 After a 7% October Drop (31.10.2026) – FinanceFeeds
  3. Gold Price Today: Why Gold Broke Below $4,000 and What Comes Next (02.11.2026) – Top1 Markets
  4. Gold - Price - Chart - Historical Data - News (02.11.2026) – Trading Economics

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.