Konjunktur

Goldman Sachs sieht erste Spuren der KI am US-Arbeitsmarkt, auch ausserhalb der Techbranche

31. Oktober 2026, 15:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Firmen, die künstliche Intelligenz regelmässig nutzen, stellen in den USA messbar weniger Leute ein. Zu diesem Schluss kommt Goldman Sachs in neuen Analysen. Gleichzeitig warnt die Bank, dass der Wachstumsschub durch KI-Investitionen bald seinen Höhepunkt erreicht.

Die Diskussion über die Folgen der künstlichen Intelligenz (KI) für die Arbeitswelt bekommt neue Zahlen. Goldman-Sachs-Chefökonom Jan Hatzius schreibt in einer Studie zu den Abwärtsrisiken für das Wachstum, es gebe «klarere Anzeichen», dass sich die Wirkung der KI über den Technologiesektor hinaus ausbreite. Das berichteten Fortune und der Daily Caller. Die Analyse fällt in eine Woche, in der Anleger wegen der hohen KI-Ausgaben der Tech-Konzerne ohnehin nervös sind.

Mehr KI, weniger Stellenwachstum

Goldman untersuchte US-Branchen ausserhalb der Industrie mit Daten des Census Bureau und des Bureau of Labor Statistics. Steigt der Anteil der Firmen, die KI regelmässig nutzen, um 10 Prozentpunkte, wächst die Beschäftigung um rund 0,9 Prozentpunkte langsamer. Ein Mass für die Arbeitslosigkeit liegt dann um etwa 0,9 Prozentpunkte höher als im Branchenschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Betroffen sind laut dem Bericht vor allem Finanzdienstleister, Versicherungen, Telekommunikation, Immobilien und freiberufliche Dienstleistungen. Es handelt sich um statistische Zusammenhänge, ein direkter Beweis, dass KI die Stellen kostet, ist das nicht.

Eine zweite Goldman-Notiz vom 22. Oktober wagt einen Blick nach vorn. Ökonom Joseph Briggs schätzt, dass im Lauf des KI-Umbaus bis zu 9 % der Beschäftigten ihre Stelle verlieren könnten, rund jeder elfte. Gemeint sind Bruttoverluste, viele Betroffene finden rasch eine neue Arbeit. Entscheidend ist laut Briggs der Zeitpunkt: Arbeitsplatzverluste durch Automatisierung häuften sich historisch in Abschwüngen. Eine Rezession könnte den Umbau also beschleunigen. Derzeit haben gemäss Fortune erst 23 % der US-Betriebe KI fest in ihre Abläufe eingebaut.

Der Wachstumsschub flacht ab

Hatzius erwartet zudem, dass der Beitrag der KI-Investitionen zum US-Wachstum Ende 2026 oder Anfang 2027 seinen Höhepunkt erreicht. Weitere Risiken sieht er bei den Energiepreisen und den Zinsen: Die langfristigen Zinsen in den Industrieländern seien seit Jahresbeginn im Schnitt um rund 1 Prozentpunkt gestiegen. Bleibe es dabei, koste das kumuliert 0,6 % der Wirtschaftsleistung. Noch skeptischer ist Torsten Slok, Chefökonom von Apollo. Ausserhalb der grossen Tech-Konzerne habe KI den US-Firmen bisher keinen finanziellen Nutzen gebracht, schrieb er sinngemäss. Umsatz pro Beschäftigtem und Margen stiegen nur bei den «Magnificent 7».

Quellen

  1. AI could displace one in 11 workers, Goldman says, but the layoffs are likely waiting for a recession (22.10.2026) – Fortune
  2. Goldman Sachs says the AI growth boost is nearing its peak, while Apollo finds zero payoff outside tech (26.10.2026) – Fortune
  3. Turns Out AI Is Taking Sledgehammer To Job Gains After All (30.10.2026) – Daily Caller

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.