Technologie

Google in Finnland: Polizei ermittelt, Projekt über 13 Mrd. Euro (CHF 11,9 Mrd.) steht teilweise still

4. November 2026, 21:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

An den Standorten Muhos und Kajaani liess eine Google-Tochter rund 530 Hektaren Wald roden, bevor die Umweltprüfungen fertig waren. Die Behörden stoppten die Arbeiten, die Polizei ermittelt. Der Fall zeigt, wie Rechenzentren auch in Europa zum politischen Risiko werden.

Im September kündigte Google an, 13 Mrd. Euro (CHF 11,9 Mrd.) in die KI-Infrastruktur Finnlands zu investieren. Das Unternehmen nennt es seine grösste Einzelinvestition in Europa. Zwei Monate später ist ein Teil des Vorhabens blockiert. Die finnische Aufsichtsbehörde LVV verfügte Anfang Oktober, dass die Tochter Tuike Finland die Vorarbeiten für die Rechenzentren in Muhos und Kajaani einstellen muss, bis die Umweltverträglichkeitsprüfungen abgeschlossen sind.

Gerodet wurden laut dem Rundfunk Yle 330 Hektaren in Muhos und knapp 200 in Kajaani. Die Fläche in Muhos entspricht nach Angaben des Guardian, die Fortune zitiert, rund 250 000 Bäumen. Dazu kamen Baustrassen, Lagerplätze und Änderungen an Entwässerungsgräben. Tommi Muilu, Leiter der Umweltabteilung der Behörde, sprach von umfangreichen Vorarbeiten, die genau jene Folgen hätten, die das Prüfverfahren erst abklären solle.

Strafuntersuchung wegen Wasserrecht

Ende Oktober eröffnete die Polizei eine strafrechtliche Untersuchung. Kriminalkommissar Kari Pakanen sagte gegenüber Reuters, geprüft werde ein Verstoss gegen das Wassergesetz und ein Umweltschaden. Bei einem Schuldspruch droht dem Unternehmen eine Busse. Google erklärte, es werde kooperieren und habe die eigenen Ansprüche in diesem Fall nicht erfüllt. Landeschef Antti Järvinen entschuldigte sich, wies aber den Vorwurf zurück, die Rodungen seien bewusst vor den Prüfungen vorangetrieben worden. Die Behörden hätten die Pläne gekannt, sagt Google. Welche, liess Järvinen offen.

Widerstand wächst

Die Regierung von Ministerpräsident Petteri Orpo setzt auf neue Investitionen und hatte Bedenken zum Stromverbrauch im September heruntergespielt. Die Rechenzentren sollten der schwachen Wirtschaft helfen. Eine Bürgerinitiative mit über 96 000 Unterschriften verlangt nun eine strengere Kontrolle und eine Abgabe für Rechenzentren. Der Netzbetreiber Fingrid rechnet damit, dass der Stromverbrauch des Landes um bis zu 40 % zunehmen könnte, falls alle vereinbarten Netzprojekte umgesetzt werden. Rechenzentren gehören zu den Treibern.

Ganz neu ist Google in Finnland nicht. Das Unternehmen betreibt seit 2011 ein Rechenzentrum in Hamina und schloss im September mit Fortum einen Stromvertrag über 22 Jahre ab, der die Laufzeit des Kernkraftwerks Loviisa verlängern helfen soll.

Quellen

  1. Finland launches criminal probe of suspected environmental damage by Google (29.10.2026) – Al Jazeera
  2. Google Finland head apologises for forest clearances at data centre sites (14.10.2026) – Yle
  3. Google halts work on data centres as Finnish police probe suspected illegal logging (08.10.2026) – Yle
  4. Google told to halt work on Finnish data centers after clearing an estimated 250,000 trees (23.10.2026) – Fortune

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.