Grönland billigt USA-Abkommen: Investoren aus Staaten ausserhalb von NATO und EU drohen Hürden
Das Parlament in Nuuk hat das Sicherheitsabkommen mit den USA gebilligt, 16 Ja bei 7 Enthaltungen. Es öffnet den Weg für zwei neue US-Stützpunkte und führt eine Investitionsprüfung ein, die auch den Rohstoffabbau betrifft. Dänemark stimmt am 19. November ab.
Das grönländische Parlament Inatsisartut hat am 3. November das Abkommen mit den USA und Dänemark angenommen. Laut der dänischen Agentur Ritzau gab es 16 Ja-Stimmen, 7 Enthaltungen und keine Gegenstimme. Unterzeichnet hatten den Vertrag am 22. September in New York US-Präsident Donald Trump, die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen und Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen.
Das Abkommen ergänzt den Verteidigungsvertrag von 1951 und gilt unbefristet. Die USA dürfen den Stützpunkt Pituffik ausbauen und zwei neue Verteidigungsgebiete in Narsarsuaq und Mestersvig einrichten. Es soll zudem Trumps Raketenabwehr «Golden Dome» ermöglichen. Die dänische Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht der Grönländer werden darin bestätigt.
Der wirtschaftlich wichtigste Artikel
Für Anleger ist vor allem Artikel X von Bedeutung. Investitionen aus Ländern, die weder der NATO noch der EU angehören und auch keine NATO-Partner sind, können künftig blockiert werden. Laut dem dänischen Nachschlagewerk Lex gilt die Prüfung für besonders sensible Sektoren, darunter kritische Infrastruktur und Rohstoffabbau. Grönland führt sie in enger Zusammenarbeit mit dänischen Behörden durch, die wiederum die USA konsultieren müssen. Das Ziel sei, chinesischen und russischen Einfluss zu begrenzen, berichtet Gulf News.
Die Schweiz gehört weder der NATO noch der EU an, nimmt aber an der NATO-Partnerschaft für den Frieden teil. Wie weit der Begriff Partner im Vertrag reicht, geht aus den verfügbaren Darstellungen nicht hervor.
Rohstoffe als Hintergrund
Grönland gilt als rohstoffreich. Ein Beispiel ist das Vorkommen Tanbreez im Süden der Insel, eines der grössten unerschlossenen Lager schwerer Seltener Erden. Die Nasdaq-Firma Critical Metals vereinbarte im Oktober 2025, ihren Anteil daran auf 92,5 % zu erhöhen. Wie sich die Investitionsprüfung auf einzelne Projekte auswirkt, ist noch offen.
Ganz ohne Kritik blieb das Votum nicht. Pele Broberg, Chef der Oppositionspartei Naleraq, bemängelte im Oktober laut Bericht, die Grönländer erhielten für die gewährten Rechte keine feste Zahlung. Aussenminister Mute Egede sprach dagegen von einem riesigen Schritt nach vorn. In Kraft tritt das Abkommen erst, wenn auch das dänische Parlament zugestimmt hat und die USA diplomatisch über beide Resultate informiert sind.
Quellen
- Grönland gibt grünes Licht für Abkommen mit den USA (03.11.2026) – Handelsblatt
- Greenland Parliament Approves US Security Deal to Counter Arctic Influence (03.11.2026) – Gulf News
- Aftale mellem Grønland, Danmark og USA (2026) (abgerufen 04.11.2026) – Lex.dk
- Greenland's Parliament Approves US Defence Agreement, Denmark to Vote on November 19 (03.11.2026) – Sweden Herald
- Greenland Lawmakers Signal Support for Trump Security Deal (12.10.2026) – GV Wire
- Critical Metals boosts Greenland rare earth stake to 92.5% (02.10.2025) – Mining.com
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.