Grossbritannien zahlt im Oktober Rekordsumme für stabile Stromnetze: 561 Mio. Pfund (CHF 617 Mio.)
Hohe Gaspreise und Engpässe im alten Netz machen den Ausgleich im britischen Stromsystem so teuer wie nie. Der Oktober übertrifft den erst im September aufgestellten Rekord. Die Kosten landen am Ende auf den Stromrechnungen.
Grossbritannien hat im Oktober mehr als 561 Mio. Pfund (CHF 617 Mio.) ausgegeben, um sein Stromnetz im Gleichgewicht zu halten. Das meldete die Agentur Bloomberg am Montag, 2. November. Als Gründe nennt sie stark gestiegene Gaspreise und Engpässe im alternden Netz. Damit liegt der Monat rund 11 % über dem bisherigen Rekord aus dem September von 505 Mio. Pfund (CHF 556 Mio.). Eine Mitte Oktober genannte Prognose war mit 390 Mio. Pfund (CHF 429 Mio.) noch deutlich tiefer gelegen.
Das Problem liegt weniger in fehlendem Strom als in dessen Transport. In Schottland drehen sich viele Windräder, doch die Leitungen nach Süden reichen nicht aus. Der Netzbetreiber NESO bezahlt die Windparks deshalb dafür, dass sie abschalten, und fährt näher bei den Städten teure Gaskraftwerke hoch. Am 14. Oktober kostete das an einem einzigen Tag 47,9 Mio. Pfund (CHF 53 Mio.). Rund 9 Gigawatt Wind- und Wasserkraft blieben an jenem Tag laut der Beratung LCP Delta vom Netz.
Gaskraftwerke erhalten am meisten
Im Geschäftsjahr 2024/25 gingen laut den Zahlen, die der Guardian nennt, rund 910 Mio. Pfund (CHF 1 Mrd.) an Gaskraftwerke und 370 Mio. Pfund (CHF 407 Mio.) an Windbetreiber. Teurere Brennstoffe schlagen daher direkt durch. Die Gaspreise sind zuletzt stark gestiegen, zudem fehlte zeitweise eine Leitung im Südosten Englands. Für die nächsten zwölf Monate rechneten Fachleute im Oktober mit Kosten von 3,2 Mrd. Pfund (CHF 3,5 Mrd.). Bis 2030 könnten die Engpasskosten ohne Gegenmassnahmen je nach Schätzung auf 7 bis 7,8 Mrd. Pfund (CHF 7,7 bis 8,6 Mrd.) im Jahr steigen.
Rechnung geht an die Kunden
Die Kosten werden über Netzentgelte weitergereicht. Laut NESO machen sie typischerweise 4,3 % der Stromrechnung aus, etwa 3 Pfund (CHF 3,30) im Monat. Der entsprechende Tarif soll im April 2027 von 12,49 Pfund (CHF 13,70) auf 21,67 Pfund (CHF 23,80) je Megawattstunde steigen. Das Land investiert rund 150 Mrd. Pfund (CHF 165 Mrd.) in den Netzausbau. Die Rekorde dürften fallen, sagte Shivam Malhotra von LCP Delta gegenüber Bloomberg sinngemäss. Energieministerin Miatta Fahnbulleh räumte ein, das System sei nicht zweckmässig, sie sei aber sicher, dass im Winter die Lichter nicht ausgehen.
Quellen
- UK Spent Record £561 Million to Balance Power Grid in October (02.11.2026) – Bloomberg
- The UK Is Paying More Than Ever to Steady a Straining Power Grid (17.10.2026) – Energy Connects / Bloomberg
- Grid balancing costs hit nearly £50m a day as wind farms shut down (15.10.2026) – The UK Pulse
- Network Constraints Drive Up Electricity Balancing Costs in Great Britain (16.10.2026) – EMI Bulgaria
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.