GSK übertrifft Gewinnerwartung, doch schwache Impfstoffverkäufe schicken die Aktie rund 5 % ins Minus
Der britische Pharmakonzern GSK hat im dritten Quartal mehr verdient als erwartet. Weil das Impfstoffgeschäft schrumpft und der Konzern keinen neuen Aktienrückkauf ankündigt, verliert die Aktie in London dennoch deutlich.
GSK hat am 28. Oktober seine Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Der Umsatz stieg zu konstanten Wechselkursen um 5 % auf 8,89 Mrd. Pfund, umgerechnet rund CHF 9,8 Mrd. Analysten hatten laut Reuters mit 8,84 Mrd. Pfund gerechnet. Der Kerngewinn je Aktie, also das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis, lag mit 54,6 Pence klar über der Erwartung von 50,4 Pence.
Der operative Kerngewinn wuchs um 5 % auf 3,08 Mrd. Pfund. Unter dem Strich sank der Gewinn je Aktie jedoch um 21 % auf 38,5 Pence. Grund sind unter anderem Umbaukosten von 328 Mio. Pfund für das Sparprogramm des Konzerns.
Impfstoffe als Schwachstelle
Getragen wurde das Quartal von den Spezialmedikamenten, deren Umsatz um 15 % auf 3,88 Mrd. Pfund zulegte. Das HIV-Geschäft wuchs um 10 %, die Krebsmedikamente um 23 %. Die Impfstoffsparte schrumpfte dagegen um 2 % auf 2,58 Mrd. Pfund und blieb laut Reuters unter den Erwartungen. Der Gürtelrose-Impfstoff Shingrix verlor 5 %, der Impfstoff Arexvy gegen das RS-Virus brach wegen schwächerer Verkäufe in den USA um 24 % ein.
An der Börse überwog die Enttäuschung. Die Aktie fiel im frühen Handel laut Reuters zeitweise um 5,4 %, andere Berichte nennen ein Minus von bis zu 7 %. Am späten Nachmittag notierte sie bei 1834,5 Pence und damit rund 4,6 % tiefer als am Vortag. Damit ist ein grosser Teil des diesjährigen Kursgewinns wieder weg.
Prognose bestätigt, Patentablauf rückt näher
GSK bestätigte die Ziele für 2026. Der Umsatz soll in der oberen Hälfte der Spanne von 3 bis 5 % wachsen, der Kerngewinn je Aktie in der unteren Hälfte von 7 bis 9 %. Für das dritte Quartal zahlt GSK eine Dividende von 17 Pence. Das Rückkaufprogramm über 2 Mrd. Pfund ist seit Juni abgeschlossen, ein neues kündigte der Konzern nicht an.
Konzernchef Luke Miels sprach von einem weiteren starken Quartal. Der Konzern konzentriere sich auf die Umsetzung und darauf, die Forschung zu beschleunigen. Miels will die jährlichen Kosten um 1,9 Mrd. Pfund senken und den Umsatz bis 2031 auf über 40 Mrd. Pfund steigern. Druck kommt vom HIV-Wirkstoff Dolutegravir, dessen Patentschutz zwischen 2028 und 2030 ausläuft. Dan Coatsworth vom Broker AJ Bell sagte gegenüber The Independent sinngemäss, Miels habe beim Aufbau neuer Medikamente noch viel Arbeit vor sich.
Quellen
- GSK delivers strong Q3 performance and continued momentum (28.10.2026) – GSK
- GSK third-quarter beat fails to impress and shares fall (28.10.2026) – Reuters via Euronext
- GSK sees falling vaccine sales take shine off earnings (28.10.2026) – The Independent via Yahoo Finance
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.