Geldpolitik

Fed-Präsidentin Hammack in Zürich: Preisdruck ist «inakzeptabel hoch», weitere Zinsschritte nötig

5. November 2026, 19:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Chefin der Fed von Cleveland, Beth Hammack, hat am 5. November in Zürich für weitere Zinserhöhungen geworben. Die Geldpolitik müsse die Wirtschaft stärker bremsen. Auch zur Rolle des Dollars als Reservewährung äusserte sie sich.

Beth Hammack sagte laut Reuters in einer für einen Anlass in Zürich vorbereiteten Rede, die US-Notenbank habe bei der Inflation noch Arbeit vor sich. Der Preisdruck sei «inakzeptabel hoch». Sie erwarte, dass die Geldpolitik in einen restriktiven Bereich wechseln müsse, damit die Teuerung rasch auf das Ziel von 2 % zurückkehre. Restriktiv heisst: Die Zinsen bremsen die Wirtschaft spürbar. Das sei heute nicht ausreichend der Fall.

Einen Termin für den nächsten Schritt nannte sie nicht. Sie bevorzuge häufigere, kleinere Anpassungen, wenn dies möglich sei. Das sei für Haushalte, Firmen und Märkte weniger störend und verringere das Risiko, dass sich eine Inflationsmentalität festsetze.

Zwei Gegenstimmen in der Fed

Die Fed hatte den Leitzins im September erstmals in diesem Jahr erhöht und ihn letzte Woche im Band von 3,75 bis 4,0 % belassen. Hammack und Fed-Gouverneurin Lisa Cook stimmten dagegen und verlangten bereits dort eine Erhöhung. Hammack hatte schon Ende Juli eine abweichende Stimme abgegeben. Die Märkte rechnen laut Reuters weitgehend mit einem weiteren Schritt im Dezember. Der von der Fed bevorzugte Preisindex PCE stieg im September auf 3,6 %, nach 3,4 % im August.

Der Tech-Ausverkauf vom gleichen Tag verändert die Ausgangslage etwas. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank am Abend auf rund 4,83 %, weil Anleger Sicherheit suchten. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe blieben dagegen tief, die US-Daten vom Donnerstag fielen robust aus.

Dollar bleibt Leitwährung, Krypto keine Gefahr

Hammack äusserte sich auch zur Stellung des Dollars. Er bleibe mit grossem Abstand die wichtigste Reservewährung der Welt, gestützt durch die US-Institutionen und das Rechtssystem. Sein Anteil an den weltweiten Reserven habe womöglich den Höhepunkt erreicht, eine grosse Veränderung sei aber nicht in Sicht. Kryptowährungen sieht sie wegen ihrer Kursschwankungen nicht als Bedrohung. Zudem betonte sie die Unabhängigkeit der Notenbank: Die Fed habe sich Glaubwürdigkeit erarbeitet, indem sie sich an Daten orientiere und nicht an politischem Druck.

Quellen

  1. Fed's Hammack favors gradual rate-hike path to lower inflation (05.11.2026) – Reuters via 93.3 The Drive
  2. US-Währungshüterin Hammack dringt im Kampf gegen Inflation auf strafferen Kurs (05.11.2026) – cash.ch / Reuters
  3. Hammack: Fed Still Has Work to Do on Inflation, Favors Gradual Rate Hikes (05.11.2026) – IndexBox

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.