KI-Ausverkauf trifft die Hedgefonds: Walleye verliert 5,9 % und zahlt Kapital zurück
Der Einbruch bei KI-Aktien erreicht die Hedgefonds. Walleye Capital baut sein Aktiengeschäft um und gibt Anlegern Geld zurück, Engineers Gate trennt sich vom Grossteil eines Teams. Händler sehen in den Zwangsverkäufen einen Treiber des Absturzes vom Donnerstag.
Walleye Capital, ein Hedgefonds mit rund 17 Mrd. Dollar (CHF 14 Mrd.) Vermögen, zieht Konsequenzen aus dem schwächsten Monat seit März 2020. Im Oktober verlor der Fonds 5,9 %, seit Jahresbeginn liegt er 6,8 % im Minus. Laut Bloomberg vereinfacht die Firma ihr internes Aktiengeschäft, Aktienchef Anil Gondi und ein grosser Teil seiner Teams gehen. Einen Teil des Kapitals erhalten die Anleger zurück.
Will England, Chef und oberster Anlageverantwortlicher von Walleye, nannte den Schritt eine vorausschauende Entscheidung. Das eigene Long-Short-Geschäft, also Wetten auf steigende und fallende Aktien, sei seit 2023 die schwächste Strategie gewesen. Künftig setzt die Firma stärker auf externe Manager, Volatilitätsgeschäfte und quantitative Modelle. Der Volatilitätsbereich erzielte im Oktober seinen bisher besten Monat.
Auch andere Fonds im Minus
Walleye ist kein Einzelfall. Engineers Gate trennte sich laut Berichten vom Donnerstag vom Grossteil seines Aktienteams Synthesis. Die Oktober-Verluste nach Bloomberg-Angaben: Marshall Wace mit der Strategie Eureka 5,4 %, ExodusPoint 2,4 %, Millennium mit dem Hauptfonds 2,3 % und North Rock Capital ebenfalls 2,3 %. Auch Point72 und Schonfeld verloren, die Höhe ist nicht bekannt.
Das Wall Street Journal berichtet, im Oktober hätten so viele Aktienfonds Positionen aufgelöst wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr. Daten von Goldman Sachs zeigen das Ausmass: Innert zwei Wochen verkauften die Manager netto Technologieaktien für rund 20 Mrd. Dollar (CHF 16 Mrd.). In nur fünf Handelstagen bauten sie damit die seit Anfang 2025 aufgebauten KI-Nettokäufe vollständig ab.
Verkaufen, weil man muss
Am Donnerstag fiel der Nasdaq 100 um rund 6,4 %, der S&P 500 um 4,36 % und der Philadelphia-Halbleiterindex um 12,25 %. Noel Smith, Co-Anlagechef bei Kai Asset Management, sieht darin erzwungene Verkäufe: Ein so starker Rückgang ohne grosse Nachricht deute auf Auflösungen hin. Erwartet wird, dass weitere Fonds schliessen oder Grossfirmen einzelne Teams auflösen. Solche Teams, genannt Pods, arbeiten eigenständig innerhalb eines Fonds. Wird eines geschlossen, kommen seine Positionen auf den Markt.
Das Kernproblem ist laut Investing.com die Überschneidung: Viele Manager halten dieselben KI-Gewinner, oft mit Fremdkapital. Dreht der Trend, müssen alle zugleich verkaufen. Goldman Sachs warnte laut Reuters, grosse Multi-Strategie-Fonds seien übermässig in den grössten KI-Werten engagiert. Dass ein solcher Trend brutal enden kann, zeigte im Juli Situational Awareness: Der KI-Fonds verlor 67 % und verkaufte den Grossteil seiner Aktien mit Abschlag an Citadel.
Quellen
- AI free-fall triggers another major hedge fund shakeout (05.11.2026) – Investing.com via Yahoo Finance
- AI Stock Rout Jolts Hedge Funds; Walleye to Return Some Capital (05.11.2026) – Bloomingbit
- Traders Cite Hedge-Fund Liquidations as a Driver of U.S. Stock Selloff (05.11.2026) – TokenPost
- AI Tech Stock Rout Hits Wall Street as Hedge Funds See Huge Losses and Closures (06.11.2026) – PANews
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.