Holcim bestätigt Cyberangriff: Hacker drohen mit Veröffentlichung von rund 360 GB Daten
Der Baustoffkonzern Holcim ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Die neue Gruppe Emperador will rund 360 Gigabyte Daten erbeutet haben. Produktion und Lieferungen laufen laut Holcim normal weiter, die Aktie reagiert kaum.
Holcim hat einen Cyberangriff bestätigt. Gegenüber dem Fachportal «Inside IT» sprach der SMI-Konzern von einem begrenzten, unbefugten Zugriff auf Daten sowie von deren Entwendung. Die Nachrichtenagentur AWP griff die Meldung am 3. November auf. Welche Daten betroffen sind, sagt Holcim nicht.
Hinter dem Angriff steht laut «Inside IT» die Ransomware-Gruppe Emperador. Als Ransomware bezeichnet man Schadsoftware, mit der Täter Systeme verschlüsseln und für die Freigabe Geld verlangen. Die Gruppe hat sich Ende Oktober zu dem Angriff bekannt und droht, ein rund 360 Gigabyte grosses Datenpaket zu veröffentlichen. Die Plattform ransomware.live, die solche Bekennungen auf Leak-Seiten erfasst, führt Holcim seit dem 31. Oktober mit 364,2 Gigabyte. Diese Menge beruht auf den Angaben der Täter, sie ist nicht unabhängig bestätigt.
Produktion laut Konzern nicht betroffen
Für Anleger ist vor allem wichtig, was nicht passiert ist. Laut Holcim sind industrielle Steuerungssysteme, Produktionsstandorte und Logistiknetzwerke nicht betroffen. Der Betrieb und die Belieferung der Kunden laufen demnach uneingeschränkt weiter. Nach der Entdeckung des Vorfalls hätten die eigenen Sicherheitsfachleute den Zugriff eingedämmt und eine Untersuchung gestartet.
Die Börse nahm die Nachricht gelassen auf. Die Holcim-Aktie notierte am Dienstag kurz nach 17 Uhr bei 71.38 Franken und damit 0,39 % im Plus.
Doppelte Erpressung als Masche
Emperador ist laut «Inside IT» erst seit August aktiv, soll seither aber rund 80 Angriffe verübt haben. Die Gruppe setzt auf doppelte Erpressung: Sie stiehlt Daten und verschlüsselt zugleich die Systeme. Das Opfer steht damit doppelt unter Druck, weil es für den Zugang zu den eigenen Daten zahlen soll und zugleich deren Veröffentlichung fürchten muss. Ob Holcim eine Lösegeldforderung erhalten hat, ist nicht bekannt.
Der Fall fällt in eine Phase gehäufter Cybervorfälle mit Bezug zur Schweiz und zu Europa. In dieser Woche wurden Kühlanlagen in Supermärkten in mehreren Ländern angegriffen, und die Pensionskasse Stadt Zürich stoppte nach einem Hackerangriff die Einführung eines neuen Verwaltungssystems.
Quellen
- Cyberangriff auf Holcim – Hacker erbeuten grosse Datenmenge (03.11.2026) – cash.ch / AWP
- Holcim bestätigt Cyberangriff (03.11.2026) – Inside IT
- Victim: Holcim (31.10.2026) – ransomware.live
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.