Rohstoffe

Hydro-Québec erwartet ab 2029 eine Stromlücke: Der Exportriese könnte zum Importeur werden

3. November 2026, 21:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der kanadische Staatskonzern Hydro-Québec hat einen neuen Versorgungsplan bis 2041 vorgelegt. Ab 2029 reicht die Produktion laut Plan nicht mehr für die Nachfrage. Rechenzentren, Verkehr und Industrie treiben den Bedarf, trockene Jahre verschärfen die Lage.

Hydro-Québec gilt als Schwergewicht der erneuerbaren Energie in Kanada und liefert Strom in die USA. Nun kehrt sich das Bild teilweise um. Am 2. November reichte der Konzern seinen Versorgungsplan für 2027 bis 2041 bei der Regulierungsbehörde Régie de l'énergie ein, am 3. November wurde er vorgestellt. Laut der Nachrichtenagentur The Canadian Press könnte die Provinz innert drei Jahren Strom aus Nachbarprovinzen oder den USA brauchen.

Die Lücke in Zahlen

Der Verbrauch in Québec soll von rund 180 Terawattstunden (TWh) auf etwa 240 TWh im Jahr 2041 steigen, also um über 30 %. Das berichtet Québec Nouvelles gestützt auf die Plandokumente. Die Spitzenlast im Winter wächst um 12 000 auf rund 52 000 Megawatt (MW). Für 2029 weist der Plan eine Energielücke von 7,7 TWh und eine Leistungslücke von 2670 MW aus. Nach allen geplanten Massnahmen bleibt in jenem Jahr ein offener Bedarf von 1 TWh.

Das grösste Wachstum kommt mit 31 TWh aus der Industrie, gefolgt von 22 TWh aus der Elektrifizierung des Verkehrs. Rechenzentren sollen von 1,9 TWh im Jahr 2026 auf 12,6 TWh im Jahr 2041 zulegen. Neue Projekte ab 5 MW brauchen in Québec eine Bewilligung der Provinzregierung.

Wenig Wasser und feste Exportverträge

Die Stauseen sind seit 2023 von geringen Zuflüssen betroffen. La Presse Canadienne nennt zudem den Polarwirbel vom Januar und Februar, der Lieferunterbrüche und einen vorsichtigen Umgang mit dem Wasser erzwungen habe. Das schmälert die Exportgeschäfte und damit die Ergebnisse.

Laut Bloomberg zieht Hydro-Québec den Investitionsplan von 200 Mrd. Kanadischen Dollar (CHF 117 Mrd.) um sechs Jahre bis 2041 in die Länge und könnte bis dahin netto mehr Strom kaufen als verkaufen. Dem stehen langfristige Lieferverträge mit Abnehmern in den USA gegenüber. Die Globe and Mail berichtete bereits Ende 2025 von Verträgen mit Massachusetts und New York, an denen der Konzern festhalten wolle.

Bis 2041 sind laut La Presse Canadienne 24 000 MW neue Leistung geplant, Effizienzmassnahmen sollen bis 2035 weitere 21 TWh einsparen. Auf Atomkraft setzt Hydro-Québec vorerst nicht. Man müsse nicht der Erste sein, der bei einer neuen Technologie stolpere, sagte Energiestrategie-Chef Dave Rhéaume sinngemäss laut La Presse Canadienne.

Quellen

  1. Hydro-Québec pourrait devoir importer de l'électricité du Canada et des États-Unis dès 2029 (03.11.2026) – Québec Nouvelles
  2. Hydro-Québec releases supply plan for 2027-2041 (03.11.2026) – The Canadian Press / BNN Bloomberg
  3. Nucléaire: Hydro-Québec peut attendre avant de prendre une décision (03.11.2026) – La Presse Canadienne / Les Affaires
  4. Hydro-Quebec Forced to Import More Power After Deals With US Utilities, Anreisser (03.11.2026) – Bloomberg
  5. Hydro-Québec becomes net importer of power in reversal from past years (2025) – The Globe and Mail

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.