IEA warnt: Europas tiefe Gasspeicher könnten den Weltmarkt bis weit ins Jahr 2027 anspannen
Europa geht mit den tiefsten Gasreserven seit 2013 in den Winter. Die Internationale Energieagentur sieht darin ein Risiko über die Heizperiode hinaus: Wird im Sommer 2027 massiv nachgefüllt, verschärft sich der Wettbewerb um Flüssiggas weltweit.
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat am 3. November ihren Bericht zur weltweiten Gasversorgung veröffentlicht. Die Kernaussage: Die Anspannung am Gasmarkt könnte bis weit ins Jahr 2027 anhalten. Ausschlaggebend ist Europa. Die Speicher in der EU waren Ende Oktober zu rund 75 % gefüllt, weniger als das Mindestziel von 80 % und so wenig wie seit 2013 nicht mehr. Deutschland kam laut der Bundesnetzagentur im Schnitt auf 61 % statt der vorgegebenen 70 %.
Hormus hält das Flüssiggas zurück
Die Ursache liegt im Nahen Osten. Durch die Strasse von Hormus fliesst laut IEA praktisch kein Flüssiggas (LNG) mehr, die Verladungen aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten fielen zwischen März und Oktober um über 60 Mrd. Kubikmeter. Hinzu kommen Schäden an Verflüssigungsanlagen am Golf. Die Preise in Asien und Europa stiegen auf den höchsten Stand seit der Krise von 2022/23.
Für das Gesamtjahr erwartet die IEA, dass das weltweite LNG-Angebot um 3 % oder knapp 20 Mrd. Kubikmeter sinkt. Die globale Gasnachfrage dürfte um rund 1,5 % oder fast 65 Mrd. Kubikmeter zurückgehen.
Warum der Winter nicht das Ende ist
Laut Nachrichtenagentur AFP lagen die Einspeicherungen dieser Saison rund 4 % unter dem Fünfjahresschnitt. Europa startete tief und viele Käufer warteten zunächst auf sinkende Preise. Die Lieferungen zogen ab August zwar an, konnten die Lücke aber nicht mehr schliessen.
Endet der Winter mit sehr tiefen Beständen, muss Europa im Sommer 2027 grosse Mengen einlagern. Das dürfte den Wettbewerb um frei verfügbare LNG-Ladungen mit Asien verschärfen und die Preise am Spotmarkt treiben, also dort, wo Gas kurzfristig gehandelt wird. Deutschland betonte am Montag, trotz des verfehlten Ziels genug Gas für den Winter zu haben.
Der europäische Referenzkontrakt TTF schloss am Montag bei rund 93 Euro (CHF 86) je Megawattstunde. Die Schweiz ist indirekt betroffen, da sie ihr Gas importiert und über keine grossen eigenen Speicher verfügt.
Quellen
- Low European Gas Storage Could Tighten Global Markets Into 2027 (03.11.2026) – Mirage News / IEA
- Europe entering winter with lowest gas reserves since 2013, says IEA (03.11.2026) – Free Malaysia Today / AFP
- Dutch TTF Natural Gas Futures, Schlusskurs (02.11.2026) – Yahoo Finance
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.