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Indiens Finanzministerin will Aktiensteuer prüfen: Staatsbank SBI hält Abschaffung für verkraftbar

3. November 2026, 05:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Nach anhaltender Börsenschwäche und hohen Abflüssen ausländischer Anleger signalisiert Indiens Regierung Gesprächsbereitschaft bei der Besteuerung von Aktiengewinnen. Finanzministerin Nirmala Sitharaman verspricht eine Prüfung, kündigt aber nichts an und mahnt zur Haushaltsdisziplin.

Sitharaman äusserte sich am Montag an den Financial Express Leadership Awards in Mumbai. Die Regierung wolle die Bedenken ausländischer Portfolioinvestoren anhören, bevor sie entscheide, berichtet Tennews. Ihr Satz dazu lautete sinngemäss, sie werde all das prüfen. Sie wies aber darauf hin, dass die Steuerstruktur schon 2023 galt, als die Zuflüsse Rekordstände erreichten. Laut Business Today betonte sie zudem, man müsse finanzpolitisch vorsichtig bleiben.

Hintergrund ist die Steuer auf langfristige Kapitalgewinne, die LTCG. Seit dem Haushalt 2024 gelten auf Aktien bei über einem Jahr Haltedauer 12,5 % und bei kürzerer Haltedauer 20 %, mit einem jährlichen Freibetrag von 125 000 Rupien (CHF 1080) auf Langfristgewinne. Der Leitindex Nifty 50 schloss am Montag bei 23 636 Punkten und liegt damit rund 10 % unter seinem Zwölfmonatshoch von 26 373 Punkten. Bloomberg spricht von einer anhaltenden Börsenflaute, die den Druck auf die Politik erhöhe.

SBI rechnet Steuerausfälle vor

Passend zur Debatte legte die State Bank of India am 2. November eine Studie vor. Eine Abschaffung der LTCG würde den Staat im Fiskaljahr 2027/28 nach ihrer Schätzung 400 bis 500 Mrd. Rupien (CHF 3,5 bis 4,3 Mrd.) kosten, also 0,1 bis 0,2 % des Bruttoinlandprodukts. Das sei tragbar. Die 1300 Mrd. Rupien (CHF 11 Mrd.) Einnahmen aus dem Fiskaljahr 2024/25 seien als Massstab irreführend, weil Aktien im Jahr davor rund 30 % rentierten.

Die Bank nennt auch Alternativen: einen Freibetrag von 200 000 Rupien (CHF 1730), gestaffelte Sätze von 12,5 % bis null je nach Haltedauer oder eine um 50 % höhere Wertpapiertransaktionssteuer. Diese brächte rund 450 Mrd. Rupien (CHF 3,9 Mrd.). Laut SBI rentierte der Nifty im Schnitt der Fiskaljahre 2024/25 bis 2026/27 bisher nur 0,5 %, ausländische Investoren zogen zusammen 4800 Mrd. Rupien (CHF 41 Mrd.) ab.

Der Spielraum ist begrenzt

Dem steht ein angespannter Haushalt gegenüber. Das Bundesdefizit könnte im laufenden Fiskaljahr laut SBI bei 4,7 statt der geplanten 4,3 % des Bruttoinlandprodukts landen. Das entspricht rund 1200 Mrd. Rupien (CHF 10 Mrd.) mehr als budgetiert. Grund sind tiefere Verbrauchsteuern und höhere Subventionen für Dünger und Erdöl. Die Debatte läuft im Vorfeld des nächsten Haushalts.

Quellen

  1. Will assess FPI demands on LTCG tax (02.11.2026) – Tennews
  2. Goodbye LTCG tax? SBI says government can absorb revenue loss as Budget 2027 hopes rise (02.11.2026) – Business Today
  3. India to Consider Equity Gains Tax Concerns, Sitharaman Says (03.11.2026, Feed-Zusammenfassung) – Bloomberg
  4. Budget 2024: internet angry over capital gains tax hike (23.07.2024) – Business Standard

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.