Japans Nebenwerte hinken den Grosskonzernen hinterher: Fondsmanager sehen Aufholpotenzial
Ausländische Anleger haben in Japan vor allem grosse Chip- und Exportwerte gekauft. Kleinere Firmen sind günstiger bewertet und haben bei den Börsenreformen Nachholbedarf, was Fondsmanager auf eine Trendwende hoffen lässt.
Japans Börse hat in diesem Jahr viel ausländisches Geld angezogen, doch davon profitierten nicht alle Firmen gleich. Laut Daten der Japan Exchange Group kauften ausländische Investoren bis Anfang Juli netto japanische Aktien für 10,1 Billionen Yen (CHF 53 Mrd.), fast doppelt so viel wie im ganzen Jahr 2025. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters im Juli. Gefragt waren vor allem Schwergewichte aus dem Halbleiterbereich. Ausländer, die Japan wenig kennen, hätten Chipwerte als Einstieg in den Markt gewählt, sagte Hiroki Iura von Resona Asset Management gegenüber Reuters.
Deutlicher Bewertungsabschlag
Die Nebenwerte, also kleinere börsenkotierte Firmen, sind dabei zurückgeblieben. Wie das Handelsblatt am 1. November berichtet, wird der MSCI Japan Small Cap Index mit etwa dem 16-Fachen der Jahresgewinne bewertet, der MSCI Japan mit den grösseren Konzernen mit dem 19,4-Fachen. Auch gemessen am Buchwert sind die kleinen Titel günstiger. Die Fondsgesellschaft Hennessy bezifferte den Abschlag im Frühling auf mehr als 30 % gegenüber den Grosskonzernen, bei einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,25 für den Topix Small Index.
Ganz schwach waren die Kleinen allerdings nicht. Der MSCI Japan Small Cap Index, der Ende September 765 Firmen umfasste, legte laut Handelsblatt in den letzten zwölf Monaten um 24,5 % zu, über drei Jahre im Schnitt um 20,7 % pro Jahr.
Reformen erreichen die kleineren Firmen erst langsam
Die Tokioter Börse drängt die Unternehmen seit 2023, ihr Kapital effizienter einzusetzen, höhere Dividenden zu zahlen und mehr eigene Aktien zurückzukaufen. Grosse Konzerne wie Toyota oder Sony stehen dabei unter genauer Beobachtung von Analysten und Investoren. Kleinere Firmen reagieren langsamer, auch weil sie weniger im Rampenlicht stehen. Holen sie auf, könnten ihre Kurse steigen, sagte Brian Lum von Baillie Gifford dem Handelsblatt. Yunyoung Lee von Janus Henderson erwartet in naher Zukunft einen wichtigen Wendepunkt für japanische Small Caps.
Weitere Treiber sehen die Fondsmanager in der Wirtschaft selbst. Der Arbeitskräftemangel zwingt Firmen zu mehr Automatisierung, wovon Hersteller von Robotern und Steuerungen profitieren könnten. Laut Hennessy brachten die Lohnverhandlungen im Frühling bereits das dritte Jahr in Folge Erhöhungen von über 5 %. Viele Firmen setzten ihre Geldreserven nun für Investitionen und Ausschüttungen ein. Hennessy erwartet allerdings auch mehr Konkurse bei hoch verschuldeten Unternehmen, und Japan reagiert wegen seiner Abhängigkeit von Öl aus dem Nahen Osten empfindlich auf den Iran-Konflikt.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.