Unternehmen

Putin stellt Genfer Tabakkonzern JTI unter Zwangsverwaltung: Vier Werke und über 4000 Stellen betroffen

5. November 2026, 16:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Russland greift nach dem Geschäft eines weiteren westlichen Unternehmens. Per Dekret gehen die Anteile von Japan Tobacco International an einen russischen Verwalter. Nach Nestlé im September trifft es damit erneut eine Firma mit Sitz in der Schweiz.

Präsident Wladimir Putin hat am 5. November per Dekret das Russland-Geschäft von Japan Tobacco International (JTI) unter vorübergehende staatliche Verwaltung gestellt. Die Anteile an vier russischen Gesellschaften gehen an die Firma Promyschlennye Aktivy, zu Deutsch Industrieaktiva. Eine Begründung enthält das Dekret laut Reuters nicht. JTI hat seinen Sitz in Genf und gehört zum japanischen Konzern Japan Tobacco. Eine Stellungnahme zum Dekret lag zunächst nicht vor.

Für das Unternehmen geht es um viel. JTI betreibt nach eigenen Angaben vier Werke in Russland und beschäftigt dort über 4000 Menschen. Das Land zählt zu seinen grössten Märkten, der Umsatz bewegte sich im Milliardenbereich. JTI bezeichnet sich als grössten Tabakhersteller Russlands nach Absatzmenge. Neue Investitionen hat die Firma nach eigener Darstellung seit Kriegsbeginn eingestellt, sie produziert dort aber weiterhin mehrere Zigarettenmarken.

Reihe von Eingriffen seit September

JTI ist kein Einzelfall. Im September stellte Moskau die Russland-Töchter von Nestlé, Metro und Auchan unter Fremdverwaltung, im Oktober folgten vier weitere europäische Unternehmen. Der Kreml begründete das mit der Unterstützung Europas für die Ukraine und mit der aus seiner Sicht illegalen Aneignung russischen Eigentums. Putin hatte im September gesagt, eine Verstaatlichung sei nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen. Bei einer Besserung der Lage sei Russland bereit, die Werte zurückzugeben. Die Verwaltung erlaube eine spiegelbildliche Antwort auf die Beschlagnahmung russischer Vermögen im Westen. Als Beispiel nannte er die frühere Gazprom Germania, die heute als Sefe verstaatlicht ist.

Auch das Verhältnis zu Japan hat sich zuletzt verschlechtert. Das russische Aussenministerium nannte im Oktober den Verkauf von Drohnen einer japanischen Firma an die Ukraine einen unfreundlichen Akt.

Aktie an deutschen Plätzen unter Druck

An deutschen Handelsplätzen verlor die Japan-Tobacco-Aktie am Nachmittag je nach Anbieter und Zeitpunkt rund 14 bis 20 %. Ob das Dekret den Rückgang allein erklärt, ist offen, und die Heimatbörse in Tokio hatte beim Handelsschluss ein kleines Plus verzeichnet. Wie stark Gewinn und Bilanz betroffen sind, ist ebenfalls noch nicht bekannt. Angaben zum Buchwert des Russland-Geschäfts enthalten die Berichte nicht. Der nächste Test folgt am Freitag beim Handelsstart in Tokio.

Quellen

  1. Westliches Russland-Geschäft: Putin stellt Tabakunternehmen JTI unter Zwangsverwaltung (05.11.2026) – Handelsblatt / dpa
  2. Putin stellt Tabakunternehmen JTI in Russland unter Zwangsverwaltung (05.11.2026) – finanzen.net / dpa-AFX
  3. Putin transferred a Japanese company's Russian assets under the control of an RF firm (05.11.2026) – UNN / Reuters
  4. JAPAN TOBACCO Aktie: Putin stellt Russland-Geschäft unter Zwangsverwaltung (05.11.2026) – Goldesel

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.