Schweiz

Julius-Bär-Chef Bollinger warnt vor KI-Blase und setzt auf Asien als Wachstumstreiber

4. November 2026, 04:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Stefan Bollinger erwartet, dass Asien kurzfristig stark zum Wachstum von Julius Bär beiträgt. Viele Kunden seien wegen ihres KI-Risikos nervös und wollten breiter anlegen. Die grössere Gefahr sieht er nicht bei den Banken.

Der Chef der Zürcher Privatbank Julius Bär rechnet mit Rückenwind aus Asien. Laut der South China Morning Post vom Mittwoch dürfte die Region in nächster Zeit eine wichtige Rolle für das Wachstum der Bank spielen. Als Grund nannte der CEO, dass Anleger wegen der Risiken rund um künstliche Intelligenz in den USA breiter streuen wollen. Die KI-Blase wachse, und viele Leute seien sehr nervös, wie viel KI-Risiko sie trügen, sagte er gegenüber der Hongkonger Zeitung sinngemäss. Das Interview war bei Redaktionsschluss nur als Auszug lesbar.

Bollinger führt die Bank seit Januar 2025. Bereits am 2. November äusserte er sich laut Medienberichten gegenüber der indischen Economic Times ähnlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass die nächste Krise von einem Bankausfall ausgehe, bezeichnete er dort als unglaublich tief.

Risiko ausserhalb der Bilanzen

Die Gefahr sieht Bollinger stattdessen in Verpflichtungen im KI-Umfeld, die nicht in den Bilanzen der Unternehmen stehen. Gemeint sind Finanzierungen, die nicht durch laufende Geldzuflüsse gedeckt sind. Gehen die Rechnungen nicht auf, könnten Verluste über die Technologiefirmen hinaus Investoren, Kreditgeber und Finanzinstitute treffen. Steigende Renditen könnten zudem einzelne Probleme bei Pensionskassen und Versicherern auslösen, systemisch seien diese Risiken aber nicht, berichtete das Fachportal Bankingfinance.in.

Zu Indien äusserte sich Bollinger zuversichtlich. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Marktes sei von 21 bis 22 auf 16 bis 16,5 gesunken, schrieb die Seite Whalesbook, die Abkühlung sei gesund. Wohlhabende Inder legen demnach mehr Geld im Ausland an: Der Offshore-Anteil ihrer Vermögen stieg in fünf Jahren von etwa 2 bis 5 % auf 15 bis 20 %. Auch das Interesse an Hedgefonds, Private Equity und Private Credit nehme zu.

Das Neugeld bleibt der Prüfstein

Zusätzliches Geld aus Asien käme der Bank gelegen. Ende Juni verwaltete sie mit 547 Mrd. Franken so viel Vermögen wie nie, das Netto-Neugeld im ersten Halbjahr lag aber nur bei 5,7 Mrd. Franken oder 2,2 % auf Jahresbasis. Mittelfristig peilt sie bis 2028 ein Wachstum von 4 bis 5 % an. Strengere Risiko- und Compliance-Vorgaben bremsen laut Milano Finanza das Neugeld auch 2027.

Nach dem Abschluss des Verfahrens der Finanzmarktaufsicht Finma Ende September kündigte die Bank am 2. Oktober einen Aktienrückkauf von bis zu 600 Mio. Franken an, der innert eines Jahres abgeschlossen sein soll. Die Aktie schloss am Dienstag bei 69,34 Franken. Neue Zahlen zum Geschäftsverlauf dürfte die Bank im Laufe des Novembers vorlegen, wie in den Vorjahren mit dem Bericht zu den ersten zehn Monaten.

Quellen

  1. Asia to drive Julius Baer growth as investors diversify amid looming US AI risks: CEO (04.11.2026) – South China Morning Post via BizToc
  2. Banks Seen as Safer as AI Bubble Emerges as Global Market Risk (02.11.2026) – Bankingfinance.in
  3. Julius Baer CEO Says AI Bubble Poses Greater Risk Than Banking Crisis (02.11.2026) – EconoTimes
  4. Julius Baer CEO Warns of AI Bubble, Backs India's Market Health (02.11.2026) – Whalesbook
  5. Julius Baer raddoppia l'utile nel semestre con asset under management sui massimi (21.07.2026) – Milano Finanza
  6. Julius Baer Announces $723 Million Share Buyback After FINMA Probe (02.10.2026) – Reuters via Global Banking & Finance

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.