Kanadas Schweröl so billig wie seit 2018 nicht: Abschlag zu US-Öl steigt auf 31,70 Dollar (CHF 26) je Fass
Während Öl weltweit um 100 Dollar (CHF 82) kostet, gehen Kanadas Produzenten zunehmend leer aus. Der Preisabstand der Sorte Western Canadian Select zum US-Öl ist auf den höchsten Stand seit November 2018 gestiegen. Diesmal liegt die Ursache im Ausland.
Western Canadian Select (WCS), die wichtigste kanadische Schwerölsorte, wurde am Dienstag in Alberta laut Investing.com 31,70 Dollar (CHF 26) je Fass unter dem Monatsdurchschnitt der US-Sorte WTI gehandelt. Das ist der grösste Abschlag seit November 2018. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete für Montag je nach Bezugsgrösse 27 Dollar (CHF 22) für Dezember-Lieferungen in Hardisty, am Freitag waren es 29,75 Dollar (CHF 24). Der Abstand ist damit mehr als doppelt so gross wie noch im September. Auch an der US-Golfküste, in Houston, liegen die Abschläge laut Reuters über dem bisherigen Rekord von 20,60 Dollar (CHF 17) vom Oktober 2022.
Kein Engpass wie 2018
Der Vergleich mit 2018 trägt nur begrenzt. Damals fehlte es an Pipelines, der Abschlag erreichte fast 50 Dollar (CHF 41), und die Provinz Alberta ordnete Förderkürzungen an. Heute nennen Fachleute vor allem internationale Gründe. Der Analyst Rory Johnston von Commodity Context verweist gegenüber Reuters auf die hohen Frachtraten für Tanker, die den Weiterexport kanadischer Fässer über die US-Golfküste verteuern. Hinzu kommt dort ein Überangebot an schwefelreichem Heizöl, weil die Raffinerien auf Hochtouren laufen. Laut Investing.com drückt ausserdem mehr Schweröl aus Venezuela auf den Markt an der Golfküste. Die Frachtraten sind wegen des Iran-Kriegs gestiegen.
Ganz ohne Leitungsprobleme geht es allerdings nicht. Enbridge musste die Einspeisemengen im Oktober wieder kürzen, nachdem die Rationierung im September erstmals in diesem Jahr entfallen war, wie der Branchendienst Platts berichtete. Auch die Trans-Mountain-Pipeline zur Pazifikküste war im Oktober überbucht. S&P Global rechnet für Kanada mit einer Förderung von 5,5 Mio. Fass pro Tag im Jahr 2026 und 5,8 Mio. Fass im Jahr 2027.
Gewinner und Verlierer
Für Produzenten begrenzt der Abschlag, wie stark sie vom hohen Weltmarktpreis profitieren. Imperial Oil, eine Tochter von ExxonMobil, erwartet laut Investing.com, dass die Schwäche bis ins vierte Quartal anhält. Besser gestellt ist Suncor Energy, deren Raffinerien von günstigem Rohöl profitieren. Zudem lohnen sich Verschiffungen nach Asien über Trans Mountain mehr. Die Exporte per Tanker erreichten dort im Oktober laut Investing.com einen Rekord, weil die kleineren Aframax-Tanker weniger stark teurer wurden als die Supertanker ab der Golfküste.
Quellen
- Steep discounts on Western Canada Select continue, widest since 2018 (02.11.2026) – Reuters / BOE Report
- Canadian crude discount with U.S. at widest level since 2018 (03.11.2026) – Investing.com
- Enbridge, Trans Mountain Apportionment Rises as WCS Discounts Widen (23.10.2026) – IndexBox / Platts
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.