Neue BFS-Zahlen zu den Kantonen: Zug wächst 2024 um 11 %, Jura und Tessin schrumpfen deutlich
Das Bundesamt für Statistik hat die Wirtschaftsleistung der Kantone für die Jahre 2011 bis 2024 neu berechnet. Die Revision verschiebt viele Milliarden zwischen den Kantonen. Rohstoffhandelsplätze wie Zug und Genf wiegen schwerer als bisher angenommen.
Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat am 26. Oktober eine überarbeitete Zeitreihe zum Bruttoinlandprodukt (BIP) der Kantone veröffentlicht. Sie reicht von 2011 bis 2024 und folgt auf die Revision des nationalen BIP aus dem Jahr 2025. Die Zahlen gelten noch als provisorisch. Konsolidierte und feiner aufgeschlüsselte Ergebnisse will das BFS im März 2027 nachliefern.
Zug, Schaffhausen und Basel-Landschaft vorne
Im Jahr 2024 wuchs das BIP in 17 der 26 Kantone. An der Spitze liegt Zug mit einem Plus von 11,0 %, getragen von Industrie und Dienstleistungen. Es folgen Schaffhausen mit 9,0 % und Basel-Landschaft mit 6,4 %. In einem Fachbeitrag in der Zeitschrift «Die Volkswirtschaft» nennen zwei BFS-Ökonomen für Zug ein nominales Wachstum von 12,2 %, also ohne Bereinigung um die Preisentwicklung.
Neun Kantone verzeichneten einen Rückgang. Am stärksten traf es den Jura mit minus 7,7 %, weil die Industrie deutlich schrumpfte. Das Tessin verlor 3,9 %, und zwar in allen Branchen ausser der öffentlichen Verwaltung. Das Wallis büsste 2,6 % ein. Freiburg, Genf, Nidwalden, Graubünden, St. Gallen und Bern lagen mit Rückgängen zwischen 0,5 % und 1,9 % im Minus.
Neue Methode verschiebt Milliarden
Bisher verteilte das BFS die Wirtschaftsleistung vor allem nach der Zahl der Beschäftigten auf die Kantone. Dieser Ansatz stösst laut den BFS-Ökonomen an Grenzen, weil die Wertschöpfung vieler Firmen kaum noch an die Zahl der Stellen gebunden ist. Neu stützt sich die Statistik auf Daten einzelner Unternehmen. Gross- und Detailhandel werden getrennt erfasst, und eine eigene Einheit soll die grössten Konzerne genauer abbilden, etwa solche mit Patenten in der Schweiz und Produktion im Ausland.
Die Folgen sind beträchtlich. Für das Jahr 2022 veränderte sich die Wertschöpfung in fast allen Kantonen um mehr als 10 %. Genf wurde um 46,3 % oder CHF 27,6 Mrd. nach oben korrigiert, Zug um 48,1 % oder CHF 11,7 Mrd. Beide Kantone beherbergen viele Rohstoffhändler. Beim BIP von Schaffhausen beträgt die Korrektur sogar 48,5 %. Insgesamt acht Kantone stehen nun besser da, die übrigen schlechter, vor allem in Randregionen. Die Rangfolge nach Wirtschaftsleistung bleibt laut BFS aber relativ stabil.
Produktivität steigt in der Zentralschweiz
Die Arbeitsproduktivität pro Stunde nahm 2024 in der ganzen Schweiz um 1,4 % zu, nach einem Rückgang von 0,8 % im Vorjahr. Die Zentralschweiz legte mit 6,3 % am stärksten zu, die Nordwestschweiz um 4,4 %. In der Genferseeregion sank die Produktivität um 0,5 %, weil die Arbeitsstunden schneller wuchsen als die Wirtschaftsleistung. Das Tessin verzeichnete mit minus 3,7 % bereits zum zweiten Mal in Folge den stärksten Rückgang.
Quellen
- Revision der kantonalen BIP für ein genaueres Bild der regionalen Wirtschaft (26.10.2026) – Bundesamt für Statistik / admin.ch
- Kantonales BIP: Neue Einblicke in die Wirtschaftsstruktur (26.10.2026) – Die Volkswirtschaft
- Revision der kantonalen BIP für ein genaueres Bild der regionalen Wirtschaft (27.10.2026) – PCtipp
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.