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KI-Boom an der Börse: Die Warnungen vor einer Blase werden lauter

25. Oktober 2026, 14:01 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Citadel-Gründer Ken Griffin hält spekulative Übertreibungen im KI-Boom für wahrscheinlich. Gleichzeitig meldet Amazon ausverkaufte Rechenzentren. Vor den Quartalszahlen der Tech-Riesen steigt die Nervosität.

Kaum ein Thema bewegt die Börsen 2026 so stark wie künstliche Intelligenz. Der Nasdaq 100 und der S&P 500 erreichten Anfang Oktober neue Rekorde. Doch die Zahl der warnenden Stimmen wächst. Für Aufsehen sorgte Ken Griffin, Gründer des Hedgefonds Citadel. Er sagte am 20. Oktober an einer Konferenz in New York, im aktuellen KI-Boom seien spekulative Blasen sehr wahrscheinlich bereits vorhanden.

Griffin warnte davor, die enormen Ausgaben für Rechenzentren, Chips und KI-Modelle automatisch mit künftigen Gewinnen gleichzusetzen. Er verwies auf die Gefahr eines Überangebots an Rechenleistung, das die Mietpreise für Grafikprozessoren drücken könnte. Als Vergleich nannte er die Internet-Euphorie um das Jahr 2000. Damals gingen viele hoch bewertete Firmen unter, während andere später zu Marktführern wurden.

Nervöse Märkte

Wie empfindlich die Märkte reagieren, zeigte sich Mitte Oktober. In der Woche bis zum 16. Oktober verlor der Nasdaq Composite 4,5 %, allein am Freitag 2,1 %. Chipwerte wie Micron und Intel gaben deutlich nach, zusätzlich belasteten steigende Anleiherenditen. Wenige Tage später folgte die Gegenbewegung: Am 21. Oktober legte der Nasdaq 1,1 % zu, der S&P 500 schloss bei 7757 Punkten.

Das Analysehaus Yardeni Research stellte zudem ein experimentelles «KI-Blasen-Barometer» vor. Bei den typischen Merkmalen einer Spekulationsblase zeigt es einen hohen Wert von 83 von 100 Punkten. Bei den möglichen Auslösern für einen Kurssturz sind es dagegen nur 34 Punkte. Die Entwickler betonen, dass das Modell noch keine verlässliche Prognose liefert.

Amazon: Die Nachfrage übersteigt das Angebot

Auf der anderen Seite stehen Unternehmen, die von einer ungebrochenen Nachfrage berichten. Amazon-Chef Andy Jassy sagte in einem am 23. Oktober veröffentlichten Interview, die Kapazitäten der Cloud-Sparte AWS seien für 2026 ausverkauft und für 2027 bereits weitgehend vergeben. Selbst mit Investitionen von rund 220 Milliarden Dollar in diesem Jahr lasse Amazon eine bedeutende Nachfrage ungenutzt. Im zweiten Quartal wuchs der AWS-Umsatz um 37 % auf 42,2 Milliarden Dollar, so schnell wie seit 18 Quartalen nicht mehr.

Auch Christian Sewing, Chef der Deutschen Bank, sieht kein unmittelbares Platzen einer Blase. Rückschläge bei einzelnen Unternehmen schliesst er aber nicht aus.

Die Woche der Wahrheit

Ob der Boom trägt, dürfte sich bald zeigen. Amazon legt am 29. Oktober die Zahlen zum dritten Quartal vor. Analysten erwarten beim Cloud-Geschäft ein Wachstum von 30 bis 35 %. Die Aktie notierte zuletzt rund 13 % unter ihrem Rekordhoch vom August. Fallen die Zahlen enttäuschend aus, könnten die Zweifel an den hohen KI-Investitionen neue Nahrung erhalten.

Quellen

  1. KI-Blase: Griffin warnt, Nasdaq legt 1,1 Prozent zu (22.10.2026) – Münster Aktuell
  2. Amazon CEO Says AWS Has Sold Out 2026 Capacity Ahead of Earnings (23.10.2026) – TokenPost
  3. Amazon Is 11% Below Its High Heading Into Earnings on Oct. 29 (16.10.2026) – The Motley Fool
  4. Amazon Lifts 2026 AI Capex to $220B, Still Capacity-Constrained (31.7.2026) – Data Center Knowledge

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.