Krypto

Nach dem Binance-Hack: Coinbase, Gemini und OKX ziehen die Sicherheitsschrauben an

31. Oktober 2026, 12:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Nach dem grössten Kryptodiebstahl der Geschichte reagieren die Konkurrenten von Binance. Coinbase passt seine Offline-Speicher an, Gemini schränkt Überweisungen ein, und OKX fordert ein gemeinsames Warnsystem der Branche.

Der Angriff auf Binance vom späten Donnerstagabend wirkt in der ganzen Branche nach. Laut Binance haben die Täter Token im Wert von rund 6,3 Mrd. Dollar (CHF 5,2 Mrd.) aus sogenannten Hot Wallets abgezogen. Das sind Online-Geldbörsen, über die eine Börse den laufenden Zahlungsverkehr abwickelt. Die Abflüsse dauerten laut CoinDesk nur rund 20 Minuten. Wie die Financial Times am Samstag berichtete, verschärfen nun konkurrierende Handelsplätze ihre Kontrollen bei Geldbewegungen.

Was die Konkurrenz unternimmt

Coinbase hat die Systeme angepasst, mit denen das Unternehmen Kryptoschlüssel offline lagert. Dies geschehe einzig aus Vorsicht, hiess es laut der Nachrichtenagentur Reuters. Chef Brian Armstrong sagte, Coinbase blockiere Überweisungen an kompromittierte Wallets und habe Binance Hilfe angeboten. Gemini führte zusätzliche Warnungen und Einschränkungen für Überweisungen ein. Kraken erklärte, man verfolge die Vorfälle und prüfe, was sich daraus für die eigene Abwehr lernen lasse. OKX-Chef Star Xu forderte ein Echtzeit-Warnsystem, über das Börsen bei einem Angriff Informationen austauschen und verdächtige Gelder vorübergehend sperren können.

Stand bei Binance

Nach ersten Erkenntnissen von Binance war der Laptop eines Software-Ingenieurs kompromittiert. Darüber gelangten die Angreifer in interne Systeme und lösten unberechtigte Auszahlungen aus. Hinweise auf gestohlene private Schlüssel gebe es nicht. Die Analysefirmen Chainalysis und TRM Labs ordnen den Angriff mit hoher Wahrscheinlichkeit einer nordkoreanischen Hackergruppe zu. Rund 3 Mrd. Dollar (CHF 2,5 Mrd.) der Beute sind eingefroren. Allein Tether sperrte laut seinem Chef Paolo Ardoino mehr als 1,56 Mrd. Dollar (CHF 1,3 Mrd.), Circle rund 800 Mio. Dollar (CHF 660 Mio.) in USDC.

Binance will alle Verluste aus eigenen Mitteln decken und hat dafür laut CoinDesk über 6,34 Mrd. Dollar (CHF 5,2 Mrd.) bereitgestellt. Die Auszahlungen sind weiterhin gestoppt. Sie sollen nach Abschluss der Sicherheitsprüfungen schrittweise wieder freigegeben werden, nach Angaben der Börse voraussichtlich an diesem Wochenende.

Die Börse spürt den Vertrauensschaden

An der Wall Street gerieten am Freitag Kryptowerte unter Druck. Die Aktie von Coinbase fiel um 10,6 % auf 143,54 Dollar (CHF 118), jene des Stablecoin-Anbieters Circle um 9,3 %. Josh Riezman vom Kryptohändler GSR erwartet dagegen, dass die Branche insgesamt keine wesentlichen Verluste erleidet. Laut der Datenplattform DefiLlama wurden 2026 bereits 322 bestätigte Angriffe mit Schäden von über 8,7 Mrd. Dollar (CHF 7,2 Mrd.) gezählt.

Quellen

  1. Crypto exchanges rush to tighten security after $6.3bn Binance heist (31.10.2026) – Financial Times
  2. Coinbase and Kraken Ramp Up Security After Massive Binance Hack (30.10.2026) – Yahoo Finance / Reuters
  3. Binance arranges $6.34 billion to cover losses from biggest crypto hack ever (30.10.2026) – CoinDesk
  4. Binance Says It Plans To Resume Withdrawals This Weekend After $6.3 Billion Hack (31.10.2026) – Forbes Africa
  5. After Binance suffered a $6.3 billion theft, multiple exchanges upgrade security measures (31.10.2026) – TechFlow

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.