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Lonza kauft Merck KGaA fünf US-Werke ab und erhöht ihre CDMO-Standorte in den USA von vier auf neun

3. November 2026, 08:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der Basler Pharmazulieferer übernimmt vom deutschen Merck-Konzern fünf Fabriken mit rund 1100 Beschäftigten. Der Preis liegt im tiefen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich. Das Geschäft soll 2028 etwa 250 Mio. Franken Umsatz beitragen, zunächst aber mit tieferer Marge.

Lonza baut ihre Präsenz im grössten Pharmamarkt der Welt deutlich aus. Am 3. November gab der Konzern bekannt, von Merck KGaA aus Darmstadt ein Netz von fünf US-Standorten für Auftragsentwicklung und -herstellung zu erwerben. Solche Betriebe werden als CDMO bezeichnet, sie entwickeln und produzieren Medikamente im Auftrag von Pharmafirmen. Die Zahl der Lonza-Standorte dieser Art in den USA steigt damit von vier auf neun.

Spezialisierte Werke von Missouri bis Kalifornien

Zum Paket gehören St. Louis in Missouri mit Biokonjugaten, also an Trägermoleküle gekoppelten Wirkstoffen, sowie Madison und Verona in Wisconsin mit hochwirksamen Wirkstoff-Bausteinen dafür. Carlsbad in Kalifornien fertigt virale Vektoren, Indianapolis in Indiana unter anderem Lipid-Nanopartikel. Die beiden letzteren Werke bieten auch die sterile Abfüllung an. Das Netz soll Kunden von der klinischen Prüfung bis zur Marktreife begleiten.

Etwa 1100 Mitarbeitende wechseln zu Lonza, die Belegschaft in den USA wächst damit auf über 6000. Lonza-Chef Wolfgang Wienand bezeichnet den Kauf als sehr passend zur Konzernstrategie. Merck-Chef Kai Beckmann begründet den Verkauf damit, dass sich sein Haus im Bereich Life Science künftig stärker konzentrieren wolle.

Kleiner Effekt auf die Rechnung, kein Einfluss auf den Aktienrückkauf

Einen genauen Preis nennt Lonza nicht. Der Unternehmenswert liegt laut Mitteilung im tiefen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich in Franken. Bezahlt wird in bar aus vorhandenen Mitteln und Kreditlinien, das Rating BBB+ soll erhalten bleiben. Der Abschluss ist für Mitte 2027 geplant und steht unter den üblichen Bedingungen.

Für das Geschäftsjahr 2028 erwartet Lonza aus den Standorten rund 250 Mio. Franken Umsatz. Zum Vergleich: Der Konzern setzte allein im ersten Halbjahr 2026 rund 3,4 Mrd. Franken um. Die Kern-EBITDA-Marge der neuen Werke liegt zunächst unter dem Gruppenwert, der Effekt auf den Konzern soll laut Lonza aber unbedeutend sein. Spitzenumsätze mit Margen auf Gruppenniveau stellt das Unternehmen bis Mitte der 2030er-Jahre in Aussicht.

Den Ausblick für 2026, die mittelfristigen Ziele und den Aktienrückkauf nach dem Verkauf des Kapselgeschäfts tastet die Transaktion nicht an. Die Aktie schloss am Montag bei 648.20 Franken.

Quellen

  1. Lonza Signs Agreement to Acquire US CDMO Network from Merck KGaA, Darmstadt, Germany and Significantly Expands its US Presence (03.11.2026) – Lonza / Finanzwire
  2. Lonza baut US-Präsenz mit fünf übernommenen Fabriken aus (03.11.2026) – cash.ch / AWP
  3. Lonza Is Significantly Expanding Its Contract Manufacturing Operations in the U.S. (03.11.2026) – bluewin

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.