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Luxusaktien so günstig wie seit Jahren: Analysten zweifeln, ob nur die Konjunktur schuld ist

5. November 2026, 12:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Bewertungen von LVMH und Hermès sind auf dem tiefsten Stand seit über zehn Jahren. Trotzdem sehen mehrere Analysten nicht nur eine Delle, sondern strukturelle Schwächen. Für den Schweizer Markt zählt das wegen Richemont und Swatch.

Ein Korb europäischer Luxusaktien von Goldman Sachs hat 2026 rund 14 % verloren. Im Verhältnis zum breiten europäischen Markt notiert er so tief wie seit über zwei Jahren nicht. Ein MSCI-Index für europäische Bekleidungs- und Luxusmarken liegt 39 % unter dem Hoch von 2023. Das ist mehr als im Covid-Einbruch und nur mit der Finanzkrise vergleichbar, wie Bloomberg in einer auf cash.ch erschienenen Analyse schreibt.

Am 4. November stieg der Goldman-Korb nach den US-Zwischenwahlen um 4,2 %, so stark wie seit Mai nicht mehr. Am Tag danach war der Schwung wieder weg: LVMH und Hermès lagen am Mittag leicht im Minus, Hermès bei 1357 Euro (CHF 1246). Richemont legte um 0,8 % auf 173,55 Franken zu, Swatch verlor rund 1,2 % auf 185,75 Franken.

Warum die Zweifel wachsen

John Plassard von Cité Gestion spricht von einem zyklischen Abschwung, der zunehmend Schwächen im Modell freilege. Mehrere Säulen würden gleichzeitig infrage gestellt, sagte er gegenüber Bloomberg. Die Analysten von Bernstein um Luca Solca leiten aus früheren chinesischen Immobilienkrisen ab, dass Chinas Konsumenten noch mindestens drei Jahre brauchen könnten, bis sie wieder frei ausgeben. Zudem sehen sie künstliche Intelligenz als Risiko: Sie könne Löhne und Stellen unter Druck setzen und den Konsum weiter polarisieren.

Selbst der einstige Musterschüler bleibt nicht verschont. Goldman Sachs und UBS empfahlen Hermès Anfang Oktober zum Verkauf, die ersten solchen Einstufungen seit über einem Jahr. Hermès lag damals mehr als 40 % im Jahresminus. Goldman-Analyst Erwan Rambourg sah das Ende der Serie zweistelliger Wachstumsraten. Zuzanna Pusz von UBS verweist laut Bloomberg darauf, dass sich Hermès' Grösse in sieben Jahren mehr als verdoppelt habe. Das Unternehmen werde dadurch stärker von der Nachfrage und der Konjunktur abhängig.

Nicht alle sind pessimistisch

Kepler Cheuvreux stuft nicht lebensnotwendige Konsumgüter inzwischen übergewichtet ein und nennt die Bewertungen im Luxus nach dem Ausverkauf attraktiv. Die Gewinnschätzungen haben sich zuletzt stabilisiert, für dieses Jahr und 2027 wird wieder Wachstum erwartet. Allerdings zeigt Chinas Nachfrage noch keine echte Erholung. Für eine nachhaltige Wende nennt Plassard drei Bedingungen: stärkere Binnennachfrage in China, stabile Margen und Marken, die nicht vor allem über Preiserhöhungen wachsen.

Quellen

  1. Warum die Flaute im Luxussektor den Konjunkturzyklus überdauern dürfte (05.11.2026) – cash.ch / Bloomberg
  2. Hermès recibe su primera recomendación de venta en más de un año ante señales de menor crecimiento (05.10.2026) – Bloomberg Línea

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.