Maersk hebt die Prognose zum dritten Mal an, doch die Aktie fällt: Das Quartal bleibt unter den Schätzungen
Die dänische Reederei Maersk erwartet für 2026 deutlich mehr Gewinn und nennt KI-Investitionen als neuen Treiber der Nachfrage. An der Börse reicht das nicht: Die Anhebung war erwartet, das dritte Quartal enttäuschte die Analysten.
A.P. Moller-Maersk hat am 5. November die Jahresprognose zum dritten Mal in diesem Jahr erhöht. Das bereinigte EBITDA, also der Betriebsgewinn vor Abschreibungen, soll neu 14 bis 14,5 Mrd. Dollar (CHF 11,4 bis 11,8 Mrd.) erreichen, nach zuvor 10,5 bis 12,5 Mrd. Dollar (CHF 8,6 bis 10,2 Mrd.). Beim bereinigten EBIT nennt der Konzern 8 bis 8,5 Mrd. Dollar (CHF 6,5 bis 6,9 Mrd.) statt 4,5 bis 6,5 Mrd. Dollar (CHF 3,7 bis 5,3 Mrd.). Der freie Cashflow soll über 3 Mrd. Dollar (CHF 2,4 Mrd.) liegen, bisher hiess es nur «über null».
Die neue Spanne liegt laut Reuters aber nur etwa auf Höhe der Analystenerwartung von 14,02 Mrd. Dollar (CHF 11,4 Mrd.). Im dritten Quartal stieg das EBITDA um 75 % auf 4,7 Mrd. Dollar (CHF 3,8 Mrd.), die Schätzungen lagen im Schnitt bei 5,04 Mrd. Dollar (CHF 4,1 Mrd.). Analysten führten die Lücke auf schwächere Mengen und höhere Kosten in der Schifffahrtssparte zurück. Reuters meldete ein Kursminus von 11 %, zuletzt lag die Aktie in Kopenhagen laut Yahoo Finance rund 8 % tiefer bei 20 390 Kronen (CHF 2500).
Der Preis treibt den Gewinn, nicht die Menge
Die transportierte Menge in der Schifffahrt blieb gegenüber dem Vorjahr etwa gleich. Der Gewinnsprung kam über die Frachtraten: Sie stiegen laut Reuters zum Vorquartal um 46 % und haben sich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Gestützt wurden sie von verstopften Häfen und der nur schrittweisen Rückkehr in den Suezkanal. Die Spotraten von China an die US-Ostküste liegen laut AWP wieder auf dem Niveau der Corona-Zeit.
Genau dies sehen manche Analysten als Risiko. Sie erwarten, dass der Effekt nachlässt, wenn Schiffe wieder durch den Kanal fahren und neue Frachter in Dienst gehen. Maersk will seinen Dienst ME1 zwischen Indien und Europa wieder über Suez führen.
Clerc: Nachfrage kommt nicht mehr nur vom Konsum
Konzernchef Vincent Clerc nannte den Welthandel trotz geopolitischer Unsicherheit bemerkenswert widerstandsfähig. Die Nachfrage komme zunehmend auch von Investitionen in Elektrifizierung, Energie und den raschen Ausbau der KI-Infrastruktur. Für den weltweiten Containermarkt erwartet Maersk 2026 weiterhin rund 4 % Mengenwachstum. Konkurrent Hapag-Lloyd legt seine Quartalszahlen in einer Woche vor.
Quellen
- Upgrade of guidance for full year 2026 (05.11.2026) – A.P. Moller-Maersk
- Maersk raises outlook again as AI buildout, port congestion keep freight rates high (05.11.2026) – Reuters / CNBC Africa
- Bei Maersk brummt das Geschäft (05.11.2026) – cash.ch / AWP
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.