Microsoft beendet laut Bloomberg KI-Mietvertrag mit Oracle: Aktie fällt zeitweise um über 5 %
Microsoft verlängert laut Bloomberg einen Vertrag über gemietete KI-Rechenleistung bei Oracle nicht. Die Server mit älteren Nvidia-Chips genügen den Ansprüchen nicht mehr. Die Oracle-Aktie sackte am Freitag zeitweise auf den tiefsten Stand seit März 2024.
Microsoft lässt eine Vereinbarung mit Oracle auslaufen, mit der der Konzern seit 2023 Rechenkapazität für künstliche Intelligenz mietet. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf informierte Personen. Microsoft habe den Vertrag nicht erneuert und die gemietete Kapazität in den letzten Monaten schrittweise abgeschaltet. Oracle hatte im November 2023 bekanntgegeben, dass Microsoft die Oracle-Cloud neben der eigenen Plattform Azure nutzt, um die KI-gestützte Suche von Bing zu betreiben. Wie gross der Vertrag ist, konnte Bloomberg nicht ermitteln. Microsoft wollte sich nicht äussern.
Als Grund nennt der Bericht die Hardware. Die Server laufen mit einer älteren Generation von Nvidia-Grafikprozessoren, die den veränderten Anforderungen von Microsoft nicht mehr entsprochen hätten. Bereits im Juni waren laut Business Insider Gespräche über zusätzliche Kapazität bei Oracle gescheitert. Ein Oracle-Sprecher sagte gegenüber Reuters, die Nachfrage nach der KI-Infrastruktur des Konzerns bleibe stark, auch nach Chips älterer Bauart.
Oracle-Aktie mit starken Ausschlägen
Die Anleger reagierten nervös. Die Oracle-Aktie fiel im Tagesverlauf bis auf 109,21 Dollar (CHF 89,58), rund 5,2 % unter dem Schlusskurs vom Donnerstag. Das war laut dem Finanzportal TradingKey der tiefste Stand seit März 2024. Bis Handelsschluss drehte das Papier jedoch und ging mit einem Plus von 0,8 % bei 116,10 Dollar (CHF 95,23) aus dem Handel, gestützt von der allgemeinen Erholung der Technologiewerte. Gegenüber dem Hoch vom Juni hat sich der Kurs mehr als halbiert.
Die Meldung trifft einen wunden Punkt. Oracle hat in grossem Stil in Rechenzentren für KI investiert. Laut The Next Web ist der freie Cashflow dadurch negativ geworden, und die Kreditbewertung liegt nur noch eine Stufe über dem spekulativen Bereich. Wird freie Kapazität nicht rasch weitervermietet, bleiben die Kosten für Gebäude und Anlagen dennoch bestehen.
Microsoft prüft weitere Partnerschaften
Der Schritt ist laut Bloomberg Teil einer breiteren Überprüfung von Cloud-Partnerschaften in Milliardenhöhe. Microsoft hat sich verpflichtet, für über 80 Mrd. Dollar (CHF 66 Mrd.) Rechenleistung bei Anbietern wie CoreWeave, Nscale und Nebius zu mieten. Die Konzernführung sei mit Kosten und Verzögerungen unzufrieden. Laut Handelsblatt zieht Microsoft bei einigen Projekten der sogenannten Neoclouds, spezialisierter KI-Cloud-Anbieter wie Iren, Nebius und Nscale, die Kontrolle an. Iren hatte am Donnerstag mitgeteilt, einzelne Lieferungen zu verschieben, weil Microsoft Änderungen am Netzwerkdesign verlangt habe. Diese Woche verzichtete Microsoft laut The Next Web zudem auf eine Option, einen Nscale-Vertrag in Texas auszuweiten.
Quellen
- Microsoft is winding down its deal to rent AI computing from Oracle (06.11.2026) – The Next Web (Bloomberg)
- Cloud: Microsoft beendet laut einem Bericht den KI-Vertrag mit Oracle (06.11.2026) – Handelsblatt
- Oracle Shares Drop Over 4% to Two-Year Low as Microsoft Reportedly Declines to Renew Older-Chip AI Compute Lease (06.11.2026) – TradingKey
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.