Schweiz

Migros will ihre 2,3 Millionen Genossenschafter am Gewinn beteiligen, um die Fusion durchzubringen

1. November 2026, 17:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Migros prüft laut «NZZ am Sonntag» eine direkte Gewinnausschüttung an ihre Mitglieder. Ein Rechenbeispiel aus dem Kader kommt auf rund 80 Franken pro Kopf. Der Plan soll helfen, die Urabstimmung über die Einheitsgenossenschaft im Sommer 2027 zu gewinnen.

Der Detailhändler will seine Genossenschafter künftig direkt am Geschäftserfolg teilhaben lassen. Das berichtet die «NZZ am Sonntag» vom 1. November unter Berufung auf mehrere Kadermitglieder. Eine Arbeitsgruppe erarbeitet derzeit die Einzelheiten. Wie hoch die Ausschüttung ausfällt und in welcher Form sie erfolgt, ist noch offen. Der Grundsatz sei aber beschlossen, heisst es in den Berichten.

Rund 80 Franken als Rechenbeispiel

Ein Kadermitglied rechnet so: Bei einem Gewinn von CHF 600 Mio. und einer Ausschüttungsquote von 30 % flössen CHF 180 Mio. an die Mitglieder. Verteilt auf 2,3 Millionen Genossenschafter wären das knapp 80 Franken pro Person. Profitieren sollen nicht nur Cumulus-Kunden im Supermarkt. Wer auch Angebote anderer Firmen der Gruppe nutzt, etwa Migros Bank, Activ Fitness, Medbase, Galaxus oder Denner, soll stärker belohnt werden. Als Vorbild gilt die genossenschaftliche Versicherung Mobiliar, die jedes Jahr einen Teil ihres Gewinns als Prämienrabatt an die Kunden zurückgibt.

Ganz neu ist die Idee nicht. Bereits die «Vision 2035» vom November 2025 hatte eine Gewinnbeteiligung angedeutet. Mitglied wird man mit dem einmaligen Kauf eines Anteilscheins der Regionalgenossenschaft für 10 Franken. Unklar ist laut «NZZ am Sonntag», ob das Modell bis zur Abstimmung spruchreif ist.

Hohe Hürden für die Einheitsgenossenschaft

Hintergrund ist der Umbau, den die Migros-Spitze in der vergangenen Woche vorgestellt hat: Die zehn Regionalgenossenschaften sollen zu einer einzigen Genossenschaft verschmelzen. Auslöser waren sinkende Umsätze. Laut «20 Minuten» verlor jede Regionalgenossenschaft zwischen 2024 und 2025 Umsatz, während Lidl mit 193 Filialen in der Schweiz Marktanteile gewinnt. Die Migros betreibt rund 660 Läden.

Die Hürden für die Fusion sind hoch. In jeder der zehn Regionen braucht es eine Zweidrittelmehrheit, und mindestens ein Viertel der Mitglieder muss teilnehmen. Widerstand wird vor allem in der Westschweiz und im Tessin erwartet. Wer abstimmt, soll eine Schokolade und 500 zusätzliche Cumulus-Punkte erhalten. Konzernchef Mario Irminger hat mehrfach betont, es gebe keinen Plan B. Er will die Genossenschafter «stärker am wirtschaftlichen Erfolg der Migros teilhaben lassen», wie er gegenüber «Blick» sagte. Präsidentin Ursula Nold betont, die Abstimmung werde fair und ordentlich durchgeführt.

Quellen

  1. Mega-Umbau: Migros plant direkte Gewinnbeteiligung für ihre Genossenschafter (01.11.2026) – 20 Minuten
  2. Mega-Umbau bei Migros: Gewinnbeteiligung für Genossenschafter (01.11.2026) – Blick
  3. Migros plant direkte Gewinnbeteiligung für ihre Genossenschafter (01.11.2026) – blue News

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.