Schweiz

Update: Migros will ihre zehn Genossenschaften fusionieren, Mitglieder stimmen Mitte 2027 ab

26. Oktober 2026, 09:28 Uhr · aktualisiert 11:18 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Migros hat am 26. Oktober in Bern den grössten Umbau ihrer Geschichte angekündigt. Aus zehn Regionalgenossenschaften und dem Genossenschafts-Bund soll eine einzige Gruppengenossenschaft werden. Das letzte Wort haben rund 2,3 Millionen Mitglieder.

Update, 11.20 Uhr: Dieser Artikel wurde nach der Medienkonferenz mit den offiziellen Angaben der Migros aktualisiert. Die erste Fassung war vor Beginn der Konferenz erschienen.

Eine Genossenschaft statt elf Einheiten

Die Verwaltungen aller zehn Regionalgenossenschaften und des Migros-Genossenschafts-Bunds (MGB) haben dem Plan einstimmig zugestimmt. Die neue Gruppengenossenschaft soll das Dach über sieben Geschäftseinheiten bilden, die eigenständig bleiben. Dazu gehören Migros Supermarkt, Migros Industrie, Denner, Migrol/Migrolino, Digitec Galaxus, die Migros Bank und Medbase. Das Supermarktgeschäft wird künftig schweizweit aus einer Hand geführt. Die Migros verspricht sich davon schnellere Entscheide und gezieltere Investitionen.

Die bisherigen regionalen Führungsstrukturen werden weitgehend abgelöst. An ihre Stelle treten sechs Regionalräte, welche die Interessen der Regionen vertreten und Delegierte wählen. Regionale Produkte, Filialen und das Label «Aus der Region. Für die Region» sollen bleiben. Präsidentin Ursula Nold sprach von einem «historischen Tag».

Was das für die Stellen heisst

Eine Zahl betroffener Stellen nennt die Migros nicht, ebenso wenig ein Sparziel. Die Veränderungen betreffen laut Nold vor allem Verwaltung und Management und werden über mehrere Jahre verteilt. In den Regionalgenossenschaften soll es bis mindestens Mitte 2028 keine organisationsbedingten Entlassungen geben. Betroffene sollen wenn möglich innerhalb der Gruppe weiterarbeiten. Die vor der Konferenz von der «SonntagsZeitung» genannten Schätzungen von rund 3000 Stellen und 300 bis 400 Millionen Franken Einsparungen pro Jahr hat die Migros nicht bestätigt.

Urabstimmung und Wechsel an der Spitze

Entscheiden werden die rund 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter in einer Urabstimmung, voraussichtlich Mitte 2027. Nötig ist eine Zweidrittelmehrheit in jeder der zehn Regionalgenossenschaften. Ein früherer Versuch in den 1990er-Jahren, die damals zwölf Genossenschaften auf drei zu reduzieren, war gescheitert.

Zum Zeitpunkt der Abstimmung wollen Migros-Chef Mario Irminger und Peter Diethelm, Chef der Migros Supermarkt AG, ihre Funktionen abgeben. Die Suche nach Nachfolgern läuft. Der Umbau setzt eine Neuausrichtung fort, die seit 2024 läuft. Damals begann die Migros, Geschäfte wie Hotelplan, Melectronics, SportX und Micasa zu verkaufen oder aufzugeben. Dabei fielen gegen 1500 der rund 100'000 Stellen weg.

Quellen

  1. Migros-Führung will Genossenschaftsfusion (26.10.2026) – SRF
  2. Migros will mit Grossfusion effizienter werden (26.10.2026) – cash.ch / AWP
  3. Migros: Kurzfristige Medienkonferenz im Ticker (26.10.2026) – 20 Minuten
  4. Migros lädt zu Medienkonferenz – Genossenschaftsfusion erwartet (26.10.2026) – cash.ch / AWP

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.