Morgan Stanley: S&P 500 könnte vor der Erholung auf 7100 Punkte fallen, Jahresziel bleibt bei 8000
Am Wahltag der US-Midterms mahnt Morgan-Stanley-Stratege Mike Wilson zur Geduld: Der S&P 500 könnte vorerst weiter nachgeben, bevor bis Jahresende 8000 Punkte möglich seien. Die grösseren Risiken sieht er bei KI-Ausgaben und Liquidität, nicht beim Wahlresultat.
Der S&P 500 schloss am Montag bei 7541 Punkten, gut 3,5 % unter dem Rekordschluss von 7818,93 Punkten vom 6. Oktober. Laut Mike Wilson, Chefstratege für US-Aktien bei Morgan Stanley, ist die Korrektur noch nicht ganz vorbei. Er hält in einer letzten Phase einen Rückgang auf 7100 bis 7200 Punkte für möglich, wie TipRanks und cash.ch wiedergeben. Das wären 4,5 bis 5,9 % weniger als heute. Bis Jahresende nennt er 8000 Punkte, rund 6 % über dem aktuellen Stand.
Der Rückgang ist breiter, als der Index zeigt
Wilson argumentiert, die Schwäche laufe schon seit Monaten unter der Oberfläche. Rund 60 % der Aktien im breiten Russell-3000-Index seien seit Juni um mindestens 20 % gefallen. Der S&P 500 habe sich nur dank weniger Grosskonzerne besser gehalten. Bei Halbleiterwerten rechnet er bis Mitte November mit weiteren 10 bis 15 % Minus.
Den Grund sieht Wilson vor allem in der Finanzierung. Anleger fragen stärker, ob Konzerne ihre KI-Investitionen aus dem freien Cashflow bezahlen können. Dazu kommen grosse Kapitalaufnahmen, etwa von Meta, SpaceX und Anthropic, die laut Wilson in den nächsten 30 Tagen pausieren dürften. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentieren knapp 5 %, was laut Wilson bei einem nominalen Wirtschaftswachstum von 7 bis 8 % tragbar ist. Schwächere Nebenwerte täten sich aber schwer, wenn sie sich zu 8 bis 10 % finanzieren müssten.
Eine rasche Zinssenkung der US-Notenbank hält er für unwahrscheinlich. Stütze könnte eher das Konto des US-Finanzministeriums bei der Notenbank liefern: Fällt es wie erwartet von rund 1050 Mrd. Dollar (CHF 860 Mrd.) bis Jahresende auf etwa 850 Mrd. Dollar (CHF 696 Mrd.), fliesst Liquidität ins System.
Was die Wahl noch bewegen kann
Ein von den Demokraten kontrollierter Kongress ist laut Wilson weitgehend eingepreist. Das gelte etwa für eine Senatsmehrheit von 52 zu 48, nicht aber für 55 zu 45. Grössere Mehrheiten könnten Unruhe bringen, zum Beispiel durch mehr Regulierung oder schwierigere Bauprojekte für Rechenzentren. Als weitere Risiken gelten neue Zölle und der Konflikt mit dem Iran.
Die Statistik stützt seine Sicht nur auf längere Sicht. Seit 1982 stiegen grosse US-Aktien laut Wilson in den sechs Monaten nach Midterms im Schnitt um rund 15 %. Der Newsletter Opening Bell Daily zählt seit 1950 in allen 19 Fällen ein Plus nach zwölf Monaten. Kurzfristig ist das Bild gemischter: Vom Wahltag bis Jahresende stieg der Index nur in 13 von 19 Fällen, 2018 fiel er um 9 %.
Quellen
- US-Chefstratege Aktien von Morgan Stanley: «Nach den Zwischenwahlen geht es immer nach oben» (02.11.2026) – cash.ch
- Morgan Stanley Says Midterm Elections Could End Market Selloff (02.11.2026) – TipRanks
- Morgan Stanley's Wilson Says US Stock Pullback Is Buying Opportunity, Sees S&P 500 Rising From 7,100 to 8,000 (01.11.2026) – Bloomingbit
- Stock market after midterms: S&P 500 up all 19 times (31.10.2026) – Opening Bell Daily
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.