Neuseeland: Arbeitslosenquote steigt überraschend auf 5,7 %, drei Tage vor der Wahl
Am Arbeitsmarkt in Neuseeland verschlechtert sich die Lage stärker als erwartet: Die Quote erreicht den höchsten Stand seit fast elf Jahren. Damit wird eine Zinserhöhung der Notenbank im Dezember unwahrscheinlicher, und der Kiwi-Dollar bleibt unter Druck.
Die neuseeländische Statistikbehörde Stats NZ meldete am Mittwochmorgen Ortszeit, also am 3. November um 22.45 Uhr Schweizer Zeit, eine Arbeitslosenquote von 5,7 % für das dritte Quartal. Im Vorquartal waren es 5,6 %. Ökonomen hatten laut einer Reuters-Umfrage einen Rückgang auf 5,5 % erwartet. Es ist der dritte Anstieg in Folge. Rund 174 000 Menschen sind ohne Arbeit, 14 000 mehr als vor einem Jahr.
Die Details fallen schwach aus. Die Beschäftigung sank um 0,1 %, während ein Plus von 0,4 % erwartet worden war. Die Erwerbsbeteiligung ging von 70,6 auf 70,4 % zurück. Die Quote stieg also, obwohl weniger Menschen Arbeit suchten. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen erreichte mit rund 21,5 % den höchsten Wert seit 1994.
Löhne fallen hinter die Teuerung zurück
Die Löhne im Privatsektor ohne Überstunden stiegen im Quartal um 0,4 %, auf Jahressicht noch um 2,0 %. Das tatsächlich bezahlte Lohnplus lag gemäss der Otago Daily Times bei 3,3 %, die Teuerung bei 3,7 %. Die Haushalte verlieren somit real an Kaufkraft.
Notenbank in der Klemme
Für die Reserve Bank of New Zealand kommen die Zahlen in einer heiklen Phase. Sie liess den Leitzins am 28. Oktober überraschend bei 2,75 %, und zwar mit einem knappen Entscheid von 4 zu 3 Stimmen. Die Märkte hatten mit einer Erhöhung gerechnet, worauf der Kiwi-Dollar einbrach. Die nächste Sitzung findet am 9. Dezember statt. Die Bank Westpac rechnet weiter mit einer Erhöhung, hält sie aber nicht für gesichert. Das Finanzportal Investinglive erwartet, dass die Daten die Zinserwartungen für Dezember dämpfen.
Der Kiwi-Dollar kostete am späten Abend rund 0,559 US-Dollar und 0,457 Franken. Gegenüber dem Franken liegt er seit dem 28. Oktober rund 2,8 % tiefer.
Am 7. November wählt Neuseeland ein neues Parlament. Die Arbeitsmarktzahlen sind die letzten grossen Wirtschaftsdaten vor dem Urnengang, und die Schlussphase des Wahlkampfs steht damit im Zeichen der schwachen Konjunktur.
Quellen
- NZ Q3 Unemployment rate 5.7% (expected 5.5%, prior 5.6%) (03.11.2026) – Investinglive
- Unemployment rises to highest level in 11 years (04.11.2026) – Otago Daily Times
- NZ filled jobs up third month, unemployment due Wednesday (11.2026) – Newswire
- Third consecutive rise as unemployment climbs to 5.7% in pre-election update (04.11.2026) – Stuff
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.