Lagarde-Nachfolge: Niederlande nominieren Klaas Knot offiziell für die EZB-Spitze
Die niederländische Regierung schlägt den früheren Notenbankchef Klaas Knot als Präsidenten der Europäischen Zentralbank vor. Die Frist läuft am Freitag ab, am 9. November sichten die Finanzminister der Euro-Länder die Kandidaten. Als Hauptkonkurrent gilt der Spanier Hernández de Cos.
Finanzminister Eelco Heinen hat das Parlament in Den Haag am 4. November über die Kandidatur informiert. Das berichtet die niederländische Nachrichtenagentur ANP. Auch Reuters meldete die Nominierung. Damit ist aus einer seit Monaten erwarteten Bewerbung ein offizieller Vorschlag geworden. Eine Begründung nannte die Meldung nicht. Regierungschef Rob Jetten hatte Knot im September gegenüber Bloomberg als ideale Besetzung für viele Länder bezeichnet.
Knot ist 59 Jahre alt und führte De Nederlandsche Bank 14 Jahre lang, bis Mitte 2025. Christine Lagarde tritt am 7. Februar 2027 vorzeitig zurück. Sie leitet laut Euronews noch die Zinssitzungen im Dezember und im Februar.
Zweikampf mit Spanien
Sein wichtigster Gegenkandidat dürfte Pablo Hernández de Cos sein. Der frühere Gouverneur der Banco de España leitet heute die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und hat seit September die Rückendeckung von Regierungschef Pedro Sánchez. Auf den Prognosemärkten lag er laut Euronews am Dienstagmorgen bei 34 % (Kalshi) und 41 % (Polymarket), Knot bei 31 % und 30 %. An dritter Stelle folgte François Villeroy de Galhau, der frühere Chef der Banque de France, bei geringen Einsätzen. Solche Quoten sind Stimmungsbilder, keine Prognose des Ausgangs.
So läuft die Wahl
Die Euro-Länder können bis Freitag, 6. November, Namen einreichen. Die Eurogruppe unter ihrem Präsidenten Kyriakos Pierrakakis nimmt am 9. November eine erste Bestandesaufnahme vor, gewählt wird dabei noch nicht. Für die Empfehlung braucht ein Kandidat mindestens 16 der 21 Euro-Länder, die zusammen mindestens 65 % der Bevölkerung des Währungsraums vertreten. Das Europäische Parlament und der EZB-Rat geben Stellungnahmen ab, ernannt wird die neue Spitze von den Staats- und Regierungschefs.
Die Personalie steht nicht allein. Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel wechselt laut Euronews am 3. Januar zum Internationalen Währungsfonds, die Amtszeit von Chefökonom Philip Lane endet im Mai 2027. Damit wird die Hälfte des sechsköpfigen Gremiums neu besetzt, und die Hauptstädte dürften die Posten als Paket verhandeln.
Der Wechsel fällt in eine heikle Phase: Die Teuerung im Euro-Raum stieg laut der am Mittwoch veröffentlichten Schätzung im Oktober auf 4,0 %, und an den Märkten wird über einen weiteren Zinsschritt der EZB diskutiert.
Quellen
- Niederlande nominieren Ex-Notenbankchef Knot für EZB-Chefposten (04.11.2026) – cash.ch / Reuters
- Nederland draagt Klaas Knot voor als kandidaat-president ECB (04.11.2026) – Welingelichte Kringen / ANP
- Who will replace Lagarde? Eurozone picks nominees as race for ECB top job begins (03.11.2026) – Euronews, via Yahoo Finance
- EU ministers to discuss ECB candidates Monday (03.11.2026) – Kuwait Times
- Inflation im Euro-Raum steigt auf 4,0 Prozent - EZB vor weiterem Zinsschritt? (04.11.2026) – cash.ch
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.