Iran-Krieg füllt die Kassen: Neun Ölkonzerne auf Kurs zu über 95 Mrd. Dollar (CHF 78 Mrd.) Quartalsgewinn
Die grössten Ölkonzerne verdienen dank des Iran-Kriegs erneut so viel wie selten. Laut Guardian steuern neun Firmen im dritten Quartal auf über 95 Mrd. Dollar (CHF 78 Mrd.) zu. Das Geld fliesst aber vor allem in den Schuldenabbau statt in neue Projekte.
Schon im zweiten Quartal kamen die neun Konzerne zusammen auf 96 Mrd. Dollar (CHF 79 Mrd.), wie die britische Zeitung The Guardian laut UA.NEWS berechnet hat. Für das dritte Quartal zeichnet sich erneut eine ähnliche Summe ab. Grösster Gewinner dürfte Saudi Aramco sein. Der Nettogewinn könnte laut der Auswertung um 7 % auf 30 Mrd. Dollar (CHF 25 Mrd.) steigen. Es handelt sich um eine Schätzung, weil noch nicht alle Firmen berichtet haben.
Raffinerien bringen den grössten Schub
Die Treiber sind der hohe Ölpreis und vor allem das Geschäft mit Treibstoffen. Brent liegt seit Kriegsbeginn am 28. Februar weit im Plus und kostete am Montag trotz eines Rückgangs von 3 % rund 110 Dollar (CHF 90) je Fass. Shell mehr als verdoppelte seinen Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr auf 12,1 Mrd. Dollar (CHF 9,9 Mrd.). Die Raffineriemarge des Konzerns stieg laut AFP auf 42 Dollar (CHF 34) je Fass, nach 24 Dollar (CHF 20) im Vorquartal. TotalEnergies meldete einen Rekordgewinn von 8,3 Mrd. Dollar (CHF 6,8 Mrd.), BP kam auf 8,5 Mrd. Dollar (CHF 7 Mrd.).
Vorstandschef Wael Sawan sprach bei Shell von sehr starken Ergebnissen in einem Quartal mit anhaltenden schweren Störungen im Energiesystem. TotalEnergies-Chef Patrick Pouyanné verwies auf historische Raffineriemargen.
Schuldenabbau statt neuer Förderprojekte
Bemerkenswert ist, wofür die Gewinne verwendet werden. Laut einer Reuters-Kolumne von Ron Bousso verdienten BP, Chevron, Exxon Mobil, Shell und TotalEnergies zusammen 56 Mrd. Dollar (CHF 46 Mrd.). Ihre Nettoverschuldung sank von 204 Mrd. Dollar (CHF 168 Mrd.) im ersten auf 117 Mrd. Dollar (CHF 96 Mrd.) im dritten Quartal. Die Aktienrückkäufe blieben mit 12,3 Mrd. Dollar (CHF 10,1 Mrd.) fast unverändert.
Bei den Investitionen bleiben die Konzerne zurückhaltend. Shell senkte die Prognose für 2026 um 1 Mrd. Dollar (CHF 820 Mio.) auf 23 bis 25 Mrd. Dollar (CHF 19 bis 21 Mrd.). Der Autor wertet das als Zeichen, dass die Branche nicht an dauerhaft hohe Preise glaubt. Exxon plant für 2027 Rückkäufe von 20 Mrd. Dollar (CHF 16 Mrd.), ähnlich wie 2026. Über die Budgets für 2027 entscheiden die Vorstände vor Jahresende.
Politischer Druck wächst
Die hohen Gewinne erhöhen den Druck der Politik. In Frankreich forderte Regierungssprecherin Maud Bregeon, Total müsse bei der Weitergabe tieferer Dieselpreise ein Beispiel geben. Greenpeace verlangt in Grossbritannien eine höhere Besteuerung. Shell und Aramco wollten sich laut dem Bericht nicht äussern.
Quellen
- Nine oil companies could earn over $95 billion — The Guardian (02.11.2026) – UA.NEWS
- Big Oil Pockets Near-Record Profits but Spending Restraint Signals Long-Term Doubts (02.11.2026) – Reuters-Kolumne via Offshore Engineer
- Oil majors reap bumper profits as Mideast war drives prices (29.10.2026) – AFP via Yahoo Finance
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.