Huthi melden Raketentreffer auf Saudi-Raffinerie Ras Tanura: Ölpreis steigt wieder über 115 Dollar
Die jemenitischen Huthi wollen die grösste Raffinerie Saudi-Arabiens mit einer Rakete getroffen haben. Am Mittwoch zog der Ölpreis darauf an: Brent kostete zwischen 115 und 116 Dollar je Fass. Riad hat einen Treffer bisher nicht bestätigt.
Nach einem Rückgang um fast 2 Dollar am Dienstag ist die Risikoprämie am Ölmarkt zurück. Der Dezember-Future auf die Nordseesorte Brent stieg am Mittwochmorgen je nach Zeitpunkt um 1,2 bis 1,9 % auf 115,24 bis 116,03 Dollar je Fass, wie die Nachrichtenagenturen Reuters und Dow Jones berichteten. Umgerechnet sind das rund 96 Franken. Die US-Sorte WTI notierte am späten Vormittag Schweizer Zeit bei rund 101,60 Dollar, knapp 1,7 % über dem Vortag.
Was über den Angriff bekannt ist
Die Huthi-Miliz erklärte am Dienstag, sie habe die Raffinerie Ras Tanura in der saudischen Ostprovinz mit einer ballistischen Rakete getroffen. Die Anlage betreibt der Staatskonzern Saudi Aramco. Sie kann 550'000 Fass pro Tag verarbeiten und liegt an einem der wichtigsten Exporthäfen des Königreichs. Saudische Behörden bestätigten den Treffer nicht, Aramco äusserte sich zunächst nicht. Gemäss Medienberichten wurde ein Feuer in der Nähe der Aramco-Anlagen gelöscht, das Ausmass allfälliger Schäden blieb unklar.
Die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz meldete, sie habe drei ballistische Raketen gegen die Ostprovinz und vier Drohnen gegen den Süden des Landes abgefangen. Über Riad wurden laut dem saudischen Zivilschutz zwei weitere Raketen abgewehrt, herabfallende Trümmer beschädigten ein Gebäude. Ras Tanura war bereits im März, kurz nach Beginn des Iran-Kriegs, Ziel eines Drohnenangriffs. Damals stand die Raffinerie rund eine Woche still.
Diplomatie, Lagerdaten und Opec+
Am Dienstag hatten Gespräche zwischen Saudi-Arabien, Iran, der Türkei und Pakistan über die Sicherheit in der Region den Ölpreis noch gedrückt. Die Analysten der australischen Bank ANZ hielten am Mittwoch fest, die Risiken für die Rohölversorgung hätten weiter zugenommen. Zusätzliche Unruhe brachte ein Bericht des Wall Street Journal: Demnach haben die USA mehrere Golfstaaten gewarnt, sich auf eine kurze, aber intensive Militäraktion gegen Iran nach den Zwischenwahlen vom 3. November einzustellen.
Stützend wirkten auch die Lagerdaten des Branchenverbands American Petroleum Institute. Die US-Rohölvorräte sanken in der Woche bis zum 23. Oktober um rund 2 Millionen Fass, erwartet worden war ein minimaler Anstieg. Die offiziellen Zahlen der US-Energiebehörde EIA folgen am Mittwoch um 15.30 Uhr Schweizer Zeit. Am Sonntag treffen sich sieben Kernländer der Opec+. Laut mit der Sache vertrauten Personen dürften sie ihre Förderziele für Dezember unverändert lassen.
Quellen
- Oil Prices Rise as Houthi Militants Target Saudi Energy (28.10.2026) – MarketScreener / Dow Jones
- Oil prices rise as attack on Saudi refinery reignites supply concerns (28.10.2026) – The Express Tribune / Reuters
- Oil prices rise as Houthi attacks on Saudi Arabia rekindle supply fears (28.10.2026) – Daijiworld
- Oil up over 1% as Saudi refinery attack reignites supply risk concerns (28.10.2026) – Rallies.ai
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.