Mbappé-Eklat in China belastet On: Aktie des Zürcher Sportartikelherstellers verliert rund 3 %
Eine abfällige Bemerkung von Kylian Mbappé über einen «chinesischen Diktator» kostet den Fussballstar chinesische Sponsoren. Weil Mbappé seit September Botschafter und Mitbesitzer von On ist, geraten auch die Aktien des Zürcher Laufschuhherstellers in New York unter Druck.
Die Aktien von On Holding sind am 27. Oktober an der New York Stock Exchange unter Druck geraten. Laut Investing.com fielen sie im frühen Handel zeitweise um bis zu 6 %. Gegen 17 Uhr Schweizer Zeit notierten sie bei rund 32 Dollar, etwa 3 % unter dem Schlusskurs vom Montag. Damit liegt das Papier mehr als ein Drittel unter seinem 52-Wochen-Hoch von gut 51 Dollar.
Auslöser ist ein Video, das am Montag in China viral ging. Darin sagt Mbappé in einem Gespräch für den französischen Podcast «The Bridge», das laut Al Jazeera bereits im April aufgezeichnet wurde, das lustigste Internet-Meme über ihn zeige sein Gesicht auf einem Mann, den er für einen chinesischen Diktator halte. In China wurde dies als Anspielung auf Staatsgründer Mao Zedong verstanden.
Sponsoren springen ab, Staatsfernsehen stoppt Übertragungen
Die Reaktion fiel heftig aus. Der Getränkehersteller Dongpeng und der Milchkonzern Mengniu beendeten ihre Zusammenarbeit mit Mbappé mit sofortiger Wirkung, wie Sport1 und Al Jazeera berichten. Dongpeng verwies auf eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Verhalten, das nationale Gefühle verletze. Das chinesische Staatsfernsehen setzte laut Medienberichten die Übertragung von Spielen mit Mbappé aus und entfernte Werbung mit ihm. Das chinesische Aussenministerium warnte, Äusserungen, die die Gefühle des chinesischen Volkes verletzten, würden auf Widerstand stossen.
Mbappé entschuldigte sich in den sozialen Medien auf Französisch, Englisch und Mandarin. Er bezeichnete seine Aussage sinngemäss als unbedacht und betonte seinen Respekt vor dem chinesischen Volk und dessen Geschichte.
Warum On betroffen ist
On hatte die Partnerschaft am 18. September bekanntgegeben. Mbappé wechselte damals nach fast 20 Jahren von Nike zur Zürcher Marke und soll als globaler Botschafter Fussballschuhe und Bekleidung mitentwickeln. Er erhält neben Geld auch eine Beteiligung am Unternehmen. Die Laufzeit beträgt laut der französischen Sportzeitung L'Équipe zehn Jahre, On hat die Konditionen nicht offengelegt. Öffentlich hat sich On bisher nicht zur Kontroverse geäussert. Laut cash.ch hat das Unternehmen aber Inhalte mit Mbappé von seinen chinesischen Social-Media-Kanälen entfernt.
Die US-Bank Stifel sieht ein Risiko für die Stimmung der chinesischen Konsumenten gegenüber der Marke. Sie lässt ihre Umsatz- und Gewinnschätzungen jedoch unverändert, weil On die Partnerschaft in China noch kaum vermarktet habe. Stifel schätzt den China-Anteil am Umsatz 2026 auf rund 10 %, die Region Asien-Pazifik auf etwa 21 %. Ein hypothetischer Rückgang der China-Umsätze um 10 % würde den Konzernumsatz laut Stifel um rund einen Prozentpunkt schmälern. Die Analysten erinnern aber daran, dass frühere Boykotte gegen Marken in China teils Monate, in Einzelfällen über ein Jahr dauerten.
Quellen
- On Holding falls as Mbappé loses Chinese sponsors over Mao remarks (27.10.2026) – Investing.com
- Stifel flags On Holding stock risk from Mbappe China controversy (27.10.2026) – Investing.com
- Kylian Mbappe apologises after 'dictator' comment angers Chinese fans (27.10.2026) – Al Jazeera
- Zwei Sponsoren wenden sich von Kylian Mbappé ab! (27.10.2026) – Sport1
- Börsen-Ticker: Amerikanische Indizes im Vorwärtsgang – Boeing knicken ein – On nach Mbappé-Kontroverse im Fokus (27.10.2026) – cash.ch
- Kylian Mbappe leaves Nike after 20 years; partners with Swiss brand On (19.09.2026) – Business Standard
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.