Opec+ lässt Förderziele für Dezember unverändert: Der Blick richtet sich auf die Quoten für 2027
Sieben Länder der Opec+ halten ihre Förderziele für Dezember stabil. Viele Golfstaaten fördern wegen des Iran-Kriegs ohnehin weit unter ihren Quoten. Spannend wird die Frage, wie die Quoten ab 2027 verteilt werden.
Die sieben Opec+-Staaten Saudi-Arabien, Russland, Irak, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman haben sich am Sonntag, 1. November, in einer Online-Sitzung darauf geeinigt, ihre Förderziele für Dezember nicht zu verändern. Das berichten die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg unter Berufung auf Delegierte. Die Gruppe pausiert damit weitere Anpassungen bis ins nächste Jahr. Der Entscheid entspricht den Erwartungen.
Gemäss dem auf die Golfregion spezialisierten Portal House of Saud summieren sich die Dezember-Ziele der sieben Länder auf rund 30,9 Mio. Fass pro Tag. Den grössten Anteil haben Saudi-Arabien mit 10,5 Mio. und Russland mit 9,9 Mio. Fass, danach folgen Irak (4,4 Mio.), Kuwait (2,7 Mio.), Kasachstan (1,6 Mio.), Algerien (1,0 Mio.) und Oman (0,8 Mio.).
Quoten stehen vor allem auf dem Papier
Die Förderziele sind seit Monaten wenig aussagekräftig. Der Krieg im Nahen Osten hat die Ölflüsse durch die Strasse von Hormus gestört, viele Golfproduzenten mussten ihre Förderung im Frühling drosseln. Saudi-Arabien förderte im September laut der Internationalen Energieagentur (IEA) 8,3 Mio. Fass pro Tag, gut 2 Mio. weniger als erlaubt. Im Juli lag die Produktion der sieben Länder nach Opec-Angaben bei 24,3 Mio. Fass, rund 6 Mio. unter den damaligen Zielen. Auch Russland und Kasachstan können wegen des Ukraine-Kriegs weniger exportieren.
Die Lage in der Meerenge bleibt angespannt. Der Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO), Arsenio Dominguez, sagte am Wochenende gegenüber Bloomberg, Hormus sei für die Handelsschifffahrt weiterhin nicht sicher, der Verkehr liege deutlich unter dem Niveau vor dem Konflikt. Jorge Leon vom Beratungsunternehmen Rystad Energy meinte sinngemäss, die Opec+ habe derzeit kaum Einfluss auf den physischen Ölmarkt: Sie könne Ziele auf dem Papier ändern, aber nicht garantieren, dass die Fässer auch auf dem Markt ankommen.
Brent über 110 Dollar, neue Basiswerte ab 2027
Am Freitag, 30. Oktober, schloss der meistgehandelte Brent-Future (Lieferung Januar) bei 113,43 Dollar (CHF 93,60) je Fass. Der auslaufende Dezember-Kontrakt schloss bei 117,64 Dollar (CHF 97,00). Die US-Sorte WTI beendete die Woche bei 104,12 Dollar (CHF 85,90).
Die Phase, in der die Gruppe ihre 2023 beschlossenen freiwilligen Kürzungen von 1,65 Mio. Fass pro Tag schrittweise zurücknahm, endete im September. Für die meisten Mitglieder gilt bis Ende 2026 noch eine weitere Kürzungsschicht von rund 2 Mio. Fass. Nun rückt die Überprüfung der Förderkapazitäten in den Vordergrund. Sie soll die Basiswerte für 2027 festlegen, aus denen sich die Quoten jedes Landes berechnen. Das vollständige Ministertreffen der Opec+ ist für den 29. November angesetzt.
Quellen
- OPEC+ December Output Targets Unchanged Amid Hormuz Closure (01.11.2026) – House of Saud
- OPEC+ set to keep December oil output targets unchanged, focus shifts to 2027 quotas (01.11.2026) – Punjab Kesari / Reuters
- OPEC+ Set to Keep Oil Quotas Unchanged (27.10.2026) – OilPrice.com
- OPEC+ keeps December output quotas unchanged (01.11.2026) – BizToc
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.