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Philips einigt sich im Grundsatz mit US-Justiz: 288 Mio. Euro (CHF 265 Mio.) Rückstellung, Aktie steigt

3. November 2026, 18:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der niederländische Medizintechnikkonzern Philips kommt beim Rückruf von Beatmungsgeräten voran und hat dafür 288 Mio. Euro (CHF 265 Mio.) zurückgestellt. Operativ überraschte das dritte Quartal positiv, die Aktie stieg in Amsterdam um fast 5 %.

Philips hat am 3. November eine Einigung im Grundsatz mit dem US-Justizministerium bekannt gegeben. Sie betrifft Ermittlungen rund um den weltweiten Rückruf von Schlaf- und Atemtherapiegeräten der Tochter Respironics aus dem Jahr 2021. Damals wurden Millionen Geräte zurückgezogen, weil sich der Schaumstoff zur Schalldämmung zersetzen und giftig werden kann.

Altlast noch nicht ganz erledigt

Die Rückstellung von 288 Mio. Euro (CHF 265 Mio.) belastete das dritte Quartal, das Betriebsergebnis lag bei 165 Mio. Euro (CHF 152 Mio.). Die Zahlung soll im ersten Quartal 2027 erfolgen, die endgültigen Dokumente fehlen noch. Ob die Vereinbarung ein Schuldeingeständnis enthält, ist nicht bekannt: Konzernchef Roy Jakobs sagte laut Reuters, inhaltliche Details könne man derzeit nicht nennen.

Abgeschlossen ist die Sache damit nicht. Verfahren der Generalstaatsanwälte einzelner US-Bundesstaaten sind nicht enthalten, und dafür hat Philips nichts zurückgestellt. Bereits im April 2024 hatte der Konzern 1,1 Mrd. Dollar (CHF 900 Mio.) für die Beilegung von Personenschadenklagen in den USA vereinbart, ohne eine Schuld anzuerkennen.

Aufträge stark, Umsatz knapp verfehlt

Im Tagesgeschäft lief es besser als erwartet. Der bereinigte Betriebsgewinn EBITA stieg um 7,2 % auf 569 Mio. Euro (CHF 523 Mio.), Analysten hatten 522 Mio. Euro (CHF 480 Mio.) erwartet. Die bereinigte Marge verbesserte sich um 0,7 Prozentpunkte auf 13,0 %. Der vergleichbare Auftragseingang wuchs um 8 %, vor allem dank des Bereichs Diagnose und Behandlung. Jakobs sprach von einem ausgezeichneten Wert.

Der Umsatz erreichte 4,39 Mrd. Euro (CHF 4,04 Mrd.) und blieb damit knapp unter der Erwartung von 4,41 Mrd. Euro (CHF 4,05 Mrd.). Vergleichbar betrug das Wachstum 3 %. Der freie Geldfluss hat sich mit 384 Mio. Euro (CHF 353 Mio.) mehr als verdoppelt, im Vorjahr waren es 172 Mio. Euro (CHF 158 Mio.).

Jahresziele bestätigt

Für 2026 hält Philips an einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 3 bis 4,5 % fest. Die bereinigte Marge soll 13,5 bis 14,0 % erreichen, der freie Geldfluss 1,5 bis 1,7 Mrd. Euro (CHF 1,4 bis 1,6 Mrd.). Darin steckt ein Vorteil aus der Rückerstattung von US-Zöllen, der rund 1 Prozentpunkt der Marge ausmacht. Die Philips-Aktie gewann in Amsterdam rund 4,8 % auf 25,70 Euro (CHF 23,63).

Quellen

  1. Philips announces its 2026 Third-Quarter Results (03.11.2026) – Philips
  2. Philips reaches DOJ agreement over device recall, books €288 million provision in Q3 (03.11.2026) – Reuters via Regional Media News
  3. Earnings call transcript: Royal Philips tops Q3 2026 profit view, shares rise (03.11.2026) – Investing.com
  4. Philips pays $1.1 billion in US settlement over ventilator recall (29.04.2024) – Business Standard

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.