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Poundland vor dem Aus: Eigentümer lehnt Rettung ab, Tesco und Fortress wollen Filialen

4. November 2026, 01:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die britische Billigkette Poundland steht kurz vor der Insolvenz, rund 11 000 bis 12 000 Stellen sind in Gefahr. Die Regierung verlangt vom US-Eigentümer Gordon Brothers Antworten, während Konkurrenten bereits um die besten Standorte bieten.

Poundland hat beim High Court in London die Absicht angemeldet, Insolvenzverwalter einzusetzen. Das gibt der Kette zehn Arbeitstage Schutz vor Gläubigern. Vorgesehen sind Vertreter von AlixPartners. Die Filialen bleiben laut dem Verwaltungsrat vorerst normal geöffnet.

Poundland betreibt rund 600 Läden in Grossbritannien und Irland, etwa 70 davon in Irland unter der Marke Dealz. Je nach Quelle sind 11 000 bis 12 000 Stellen gefährdet. Gordon Brothers kaufte die Kette letztes Jahr für 1 Pfund (CHF 1,10) von Pepco und startete Anfang September einen Verkaufsprozess. Im vergangenen Jahr wurden über 100 Filialen geschlossen.

Streit um ein Darlehen von 30 Mio. Pfund

Im Zentrum steht ein Darlehen von 30 Mio. Pfund (CHF 33 Mio.), das Gordon Brothers beim Kauf übernommen hat. Der irische Immobilienkonzern Martin Property Group galt als bevorzugter Bieter des Managements, Gordon Brothers lehnte das Angebot jedoch ab. Laut Sky News hat Martin zwei Varianten bestätigt: die volle Rückzahlung bei Fälligkeit oder die vorgezogene Rückzahlung der Hälfte. Der Eigentümer verlangte laut Berichten eine Zahlung im Voraus. Pepco hält 25 % des Darlehens (7,5 Mio. Pfund oder CHF 8,3 Mio.) und soll angeboten haben, die Rückzahlung für einige Jahre aufzuschieben. Pepco äusserte sich nicht dazu.

Gordon Brothers verteidigt sich. Europachef Mark Newton-Jones schrieb in einem Brief, den Sky News einsehen konnte, seit Sommer 2025 seien 85 Mio. Pfund (CHF 94 Mio.) zusätzlich eingeflossen. Trotzdem habe Poundland 70 Mio. Pfund (CHF 77 Mio.) verloren. Ein Verkauf in Teilen biete die beste Chance, Stellen zu retten.

Konkurrenten bieten um die Filialen

Laut Medienberichten sprach Tesco über den Kauf von bis zu 150 Läden. Fortress, Eigentümerin von Poundstretcher, zielt auf 200 bis 250 der rund 530 Filialen in Grossbritannien. Auch Lidl, Aldi, Iceland, B&M, die Wilko-Eigentümerin CDS Superstores und Modella werden als Interessenten genannt. Ein Verkauf in Teilen würde laut The Times wohl Hunderte Stellen kosten. Für viele Lieferanten wird es ebenfalls eng: Einer rechnet laut BBC mit einem Verlust in Millionenhöhe, falls die Kette zusammenbricht.

Die Politik schaltet sich ein

Downing Street wirft Gordon Brothers vor, offenbar nicht im Interesse der britischen Beschäftigten und Läden zu handeln. Premierminister Andy Burnham fragte, weshalb ein Angebot abgelehnt wurde, das die Firma als Ganzes erhalten hätte. Ministerin Kate Dearden trifft Firmenchef Barry Williams und Finanzchef Shaun Wills. Sie will die Fakten klären, aber nicht in die Verhandlungen eingreifen.

Quellen

  1. Poundland: No 10 says owners 'not acting in best interests' of staff and stores (03.11.2026) – AOL
  2. Poundland bosses to meet minister with 12,000 jobs at risk (03.11.2026) – BM Magazine

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.