Qualcomm und Arm schlagen die Erwartungen, doch beide Aktien fallen: Handys und Lizenzen enttäuschen
Die Chipfirmen Qualcomm und Arm haben am Mittwochabend mehr umgesetzt als erwartet. Trotzdem geben beide Aktien nachbörslich nach. Bei Qualcomm schmerzt das Handygeschäft, bei Arm blieben die Lizenzabgaben unter den Schätzungen.
Qualcomm erzielte im vierten Geschäftsquartal einen bereinigten Umsatz von 10,44 Mrd. Dollar (CHF 8,5 Mrd.). Das sind 7 % weniger als vor einem Jahr, aber mehr als die von Analysten erwarteten 10,11 Mrd. Dollar (CHF 8,3 Mrd.), wie Reuters berichtet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,17 Dollar (CHF 1,77) nahezu auf der Schätzung von 2,16 Dollar (CHF 1,76). Für das laufende Quartal stellt der Konzern 10,4 bis 11,2 Mrd. Dollar (CHF 8,5 bis 9,1 Mrd.) Umsatz in Aussicht. Beim Gewinn je Aktie liegt die Mitte der Spanne von 2,15 bis 2,35 Dollar (CHF 1,76 bis 1,92) leicht unter den erwarteten 2,27 Dollar (CHF 1,85).
Teurer Speicher bremst das Handy
Schwachstelle bleibt das Geschäft mit Smartphone-Chips. Es schrumpfte um 26 % auf 5,14 Mrd. Dollar (CHF 4,2 Mrd.) und blieb unter den erwarteten 5,25 Mrd. Dollar (CHF 4,3 Mrd.). Laut Counterpoint Research fielen die weltweiten Smartphone-Auslieferungen im Septemberquartal um 20 % auf den tiefsten Stand seit 14 Jahren. Der Grund liegt auch beim KI-Boom: Die Nachfrage nach Speicher für KI-Server treibt die Preise für Speicherchips hoch, was Handys verteuert.
Dagegen wuchs das Autogeschäft um 89 % auf 2 Mrd. Dollar (CHF 1,6 Mrd.), meldet Yahoo Finance. Konzernchef Cristiano Amon will Apple als Kunden ersetzen, die Prognose rechnet bereits nicht mehr mit Apple-Verkäufen. Das Geschäft ausserhalb der Handys soll Apple vollständig wettmachen, sagte er sinngemäss gegenüber Reuters. Für das Rechenzentrumsgeschäft nennt Qualcomm bis zum Geschäftsjahr 2029 ein Jahresziel von 15 Mrd. Dollar (CHF 12 Mrd.). Amazon darf gemäss einer Vereinbarung vom September KI-Chips und Rechenzentrumsprodukte für bis zu 60 Mrd. Dollar (CHF 49 Mrd.) beziehen.
Die Aktie hatte im regulären Handel 5,3 % auf 173,19 Dollar (CHF 141) gewonnen. Nachbörslich lag sie gemäss Yahoo-Kursdaten gegen 22.25 Uhr Schweizer Zeit bei rund 163 Dollar (CHF 133), also etwa 5,6 % tiefer.
Arm: Lizenzen retten das Quartal
Die britische Chipdesignerin Arm setzte im zweiten Geschäftsquartal mit 1,44 Mrd. Dollar (CHF 1,18 Mrd.) so viel um wie noch nie in einem zweiten Quartal, erwartet waren 1,38 Mrd. Dollar (CHF 1,13 Mrd.). Das Plus kam aber aus den Lizenzverträgen mit 773 Mio. Dollar (CHF 631 Mio.). Die laufenden Abgaben je verkauftem Chip, die sogenannten Royalties, stiegen nur um 8 % auf 670 Mio. Dollar (CHF 547 Mio.) und verfehlten die erwarteten 720,8 Mio. Dollar (CHF 589 Mio.). Der Umsatzausblick von 1,54 Mrd. Dollar (CHF 1,26 Mrd.) liegt kaum über der Schätzung von 1,53 Mrd. Dollar (CHF 1,25 Mrd.). Die Aktie, im regulären Handel schon 5,3 % schwächer, verlor nachbörslich weitere rund 3 %.
Beide Firmen streiten sich zudem vor Gericht. Eine Jury in Delaware sah bei Arm Vertragsverletzungen gegenüber Qualcomm, sprach aber nur 2 Dollar (CHF 1,63) Schadenersatz zu. Die Fragen zu Abgaben und künftigen Lizenzen muss ein Richter klären.
Quellen
- Qualcomm forecasts upbeat sales on strength in non-smartphone segments (04.11.2026) – Reuters / Global Banking & Finance Review
- Qualcomm tops Q4 estimates, offers better-than-anticipated outlook (04.11.2026) – Yahoo Finance
- Arm beats second-quarter revenue estimates on AI and data-center demand (04.11.2026) – Reuters / Investing.com
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.