Devisen

Neuseelands Notenbank verzichtet überraschend auf Zinserhöhung, Neuseeland-Dollar fällt deutlich

28. Oktober 2026, 03:22 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Reserve Bank of New Zealand belässt den Leitzins bei 2,75 %, obwohl die Märkte fest mit einer Erhöhung gerechnet hatten. Der Entscheid fiel mit vier zu drei Stimmen. Der Neuseeland-Dollar verlor darauf rund 1,4 % zum US-Dollar.

Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) hat am Mittwoch um 2 Uhr Schweizer Zeit ihren Leitzins, den sogenannten Official Cash Rate, unverändert bei 2,75 % gelassen. Die Finanzmärkte hatten die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung auf 3 % zuvor auf rund 90 % beziffert. Auch alle fünf grossen Banken des Landes, darunter ANZ, Westpac und Kiwibank, hatten einen Zinsschritt erwartet. Die Notenbank hatte den Zins bereits im Juli und im September angehoben.

Knapper Entscheid im Ausschuss

Im geldpolitischen Ausschuss stimmten Gouverneurin Anna Breman und drei weitere Mitglieder für eine Pause. Drei Mitglieder wollten den Zins sofort auf 3 % anheben. Die Mehrheit argumentierte, die beiden bisherigen Erhöhungen bräuchten Zeit, um zu wirken. Die Jahresteuerung war im dritten Quartal auf 3,7 % gesunken, nach 4,1 % im Juni, und lag damit unter den Erwartungen der Notenbank. Zudem steigen die Löhne nur verhalten.

Die Minderheit verwies darauf, dass die Kernteuerung seit längerem über der Mitte des Zielbands von 1 bis 3 % liegt. Höhere Fracht- und Energiekosten wegen des Nahostkonflikts könnten anhalten. Einig war sich der Ausschuss aber darin, dass eine straffere Geldpolitik wahrscheinlich noch nötig sein wird. Für das vierte Quartal erwartet die RBNZ wegen der Treibstoffpreise einen Anstieg der Teuerung auf 4,4 %. Der nächste Zinsentscheid folgt im Dezember.

Kiwi mit grösstem Verlust zum Aussie seit 2017

Am Devisenmarkt fiel der Neuseeland-Dollar nach dem Entscheid von rund 0,5685 auf 0,5604 US-Dollar. Gegenüber dem Franken gab er rund 1,3 % nach, auf etwa 0,465 Franken. Zum australischen Dollar verzeichnete er laut Bloomberg den stärksten Kursverlust seit 2017. Der Australier stieg um rund 1,6 % auf 1,255 Neuseeland-Dollar.

Hinzu kam ein Signal aus Australien: Notenbankchefin Michele Bullock sagte vor einem Senatsausschuss, die Teuerung dürfte über den Prognosen vom August liegen. Die australische Kernteuerung (Trimmed Mean) stieg im dritten Quartal auf 3,7 %. Analysten von Investinglive rechnen deshalb damit, dass der Zinsabstand zwischen beiden Ländern grösser wird. Die Reserve Bank of Australia entscheidet am 3. November.

Warnung vor Risiken bei KI-Finanzierungen

Bemerkenswert ist die Begründung der RBNZ zur Finanzstabilität. Die Risiken hätten seit September zugenommen, unter anderem wegen undurchsichtiger Finanzierungen einiger Investitionen in künstliche Intelligenz. Ein globaler Abschwung könne abrupt einsetzen, warnte der Ausschuss. In diesem Fall sei sogar eine Zinssenkung denkbar.

Quellen

  1. RBNZ holds OCR at 2.75% in surprise 4-3 vote, says tighter policy still likely (28.10.2026) – Investinglive
  2. AUD/NZD in focus as hawkish RBA signals clash with RBNZ’s surprise 4-3 hold (28.10.2026) – Investinglive
  3. RBNZ Surprises with 4–3 Hold at 2.75%, but Further Rate Hikes Remain Likely (28.10.2026) – ActionForex
  4. Reserve Bank holds OCR at 2.75% in surprise move (28.10.2026) – Otago Daily Times
  5. New Zealand Dollar Slides Most Versus Aussie Since 2017 on RBNZ (28.10.2026) – Bloomberg

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.