Technologie

Neue Gouverneure wollen Baustopp: Bis zur Hälfte der geplanten US-Rechenzentren geraten unter Druck

5. November 2026, 14:27 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

In Texas, Georgia und Ohio haben Demokraten die Gouverneurswahlen mit dem Versprechen gewonnen, den Bau von Rechenzentren zu bremsen. Analysten sprechen von bis zu 13 Gigawatt Kapazität, die allein in Texas gefährdet sind. Offen ist, wie lange eine Pause dauert.

Die US-Zwischenwahlen vom 3. November haben für die KI-Branche ein neues Risiko geschaffen, und es liegt nicht in Washington. Gina Hinojosa besiegte in Texas den republikanischen Amtsinhaber Greg Abbott. Sie fordert einen sofortigen Baustopp für Rechenzentren, bis das Parlament Schutzregeln beschlossen hat. Noch hat sie das Amt nicht angetreten, und es ist unklar, ob laufende Projekte betroffen wären.

Texas ist der wichtigste Standort. Laut einer Schätzung von Wells Fargo entfallen 27 % der geplanten US-Kapazität auf den Bundesstaat, SemiAnalysis nennt für die 2028 ans Netz gehende Leistung knapp 30 %. Die Forschungsfirma GLJ Research sieht rund 13 Gigawatt in Gefahr, genug Strom für etwa 10 Millionen Haushalte. Projekte mit Netzanschluss, Bewilligungen und begonnenem Stahlbau dürften weiterlaufen. Fehlen die Umweltbewilligungen, drohen 12 bis 18 Monate Verzögerung. Ganz neue Vorhaben könnten nach Louisiana oder Oklahoma abwandern.

Auch Georgia und Ohio wollen bremsen

In Georgia, dem Bundesstaat mit dem drittgrössten Ausbau, gewann Keisha Lance Bottoms, die ebenfalls ein Moratorium verlangt. In Ohio setzte sich Amy Acton gegen den Unternehmer Vivek Ramaswamy durch. Sie will Bewilligungen an Bedingungen knüpfen. Zusammen könnte laut Bloomberg rund die Hälfte der geplanten neuen KI-Rechenzentren strengeren Regeln unterliegen. Goldman Sachs schätzt, dass kurzfristige Moratorien etwa 45 % des geplanten Ausbaus treffen könnten. New York hat laut Libby Cantrill von Pimco bereits im Juli eine Baupause verhängt.

Jefferies rechnet damit, dass die Parlamentssession 2027 in Texas strengere Vorgaben zu Netzkosten, Wasserverbrauch und Steuervorteilen bringt. Das dürfte die Kosten laut Analyst Jonathan Petersen eher erhöhen, als die Projekte zu verhindern. Cantrill erwartet auch ohne landesweites Moratorium längere Verfahren und mehr Zugeständnisse der Bauherren.

Zulieferer trifft es härter als die Konzerne

An der Börse fiel das Urteil am 4. November deutlich aus. Am Vormittag in New York verlor der Kühlspezialist Modine 23,9 %, wobei auch dessen Quartalszahlen eine Rolle spielten. Vertiv fiel um 12,3 %, GE Vernova um 10,6 % und CoreWeave um 8,2 %. Micron gab um über 6,7 % nach. Amazon, Microsoft und Apple stiegen dagegen um rund 6 %. Bestehende Rechenzentren werden wertvoller, wenn neue später kommen.

Für Anleger in der Schweiz ist das Thema über Zulieferer relevant, etwa ABB mit ihrem Geschäft rund um die Stromversorgung von Rechenzentren. Dan Ives von Yorkville Ives nennt Texas die grösste Sorge für den KI-Handel, StoneX-Analyst Cody Acree spricht bei den Verlusten von einer Neubewertung und nicht von schwächerer Nachfrage.

Quellen

  1. Der Boom der KI-Rechenzentren steht nach der US-Zwischenwahlen vor einem Bruch (05.11.2026) – cash.ch / Bloomberg
  2. Why AI Data Center Stocks Are Down Today After Democrats Won Congress (04.11.2026) – StockTitan
  3. Micron, SK Hynix, SanDisk stocks fall: why Dems' Texas win is spooking investors (04.11.2026) – Invezz / TradingView
  4. Data Center Policy Fears Hit AI Stocks After Hinojosa's Texas Win (04.11.2026) – Unite.AI

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.