Konjunktur

Rhein bei Kaub nur noch 20 Zentimeter: Neuer Pegelrückgang droht die Frachtkosten weiter zu erhöhen

5. November 2026, 15:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Am Rhein spitzt sich die Lage nach den Rekordtiefständen des Sommers erneut zu. Laut Bloomberg dürfte das Wasser in den kommenden Tagen weiter sinken, was Schiffsfrachten verteuert. Betroffen ist auch die Schweiz, die einen Teil ihres Aussenhandels über Basel abwickelt.

Der Pegel im deutschen Kaub, am grössten Nadelöhr der Rheinschifffahrt, stand am 5. November um 15.15 Uhr bei 20 Zentimetern. Das zeigt das amtliche Messnetz PEGELONLINE. Am 30. Oktober waren es noch 44 Zentimeter. Unter 40 Zentimetern wird die Güterschifffahrt dort laut SRF normalerweise eingestellt. Der Pegelwert ist nicht die Wassertiefe, er zeigt aber, wie viel Ladung ein Schiff noch mitnehmen kann. Der mittlere Wasserstand in Kaub liegt laut dem Wetterportal wetter.net bei gut 2 Metern.

Bloomberg berichtet, die Pegel dürften in den kommenden Tagen erneut fallen. Das drohe die Frachtraten für Binnenschiffe weiter nach oben zu treiben und viele Lieferungen von und nach Rotterdam, dem grössten Hafen Europas, zu behindern. Auch die Wetterprognose gibt wenig Hoffnung. Bis zum Wochenende dominiert laut wetter.net ein Hoch mit trockener Luft, ein Signal für ergiebigen Landregen fehlte am Montag noch.

Ein schwieriges Jahr für die Schifffahrt

Niedrigwasser begleitet die Schifffahrt 2026 seit Monaten. Im Juli konnten Frachter nach Angaben von SRF bei einem Pegel von 42 Zentimetern nur noch 30 bis 40 % der üblichen Ladung transportieren, die Transportpreise stiegen auf das Zwei- bis Dreifache. Im August fiel Kaub zeitweise unter die Nullmarke, und die Frachtraten von Karlsruhe nach Rotterdam erreichten laut Bloomberg ein Allzeithoch. Schon damals warnte der deutsche Binnenschifffahrtsverband BDB, der Fluss sei dann nicht mehr durchgängig befahrbar.

Eine schnelle bauliche Lösung gibt es nicht. Die geplante Vertiefung der Fahrrinne am Mittelrhein um 20 Zentimeter kostet rund 225 Mio. Euro (CHF 206 Mio.) und ist laut BDB frühestens 2033 fertig.

Was das für die Schweiz bedeutet

Über die drei Basler Rheinhäfen läuft laut Blick rund ein Zehntel der Schweizer Importe und Exporte. 2025 wurden dort knapp 4 Millionen Tonnen Güter eingeführt, darunter Getreide, Futtermittel und Treibstoffe. Versorgungsengpässe wurden im Sommer nicht erwartet, wohl aber höhere Transportkosten. Ausweichen ist schwierig: Ein Schiff nach Basel fasst bis zu 90 Container, und die Nord-Süd-Bahnachse ist wegen Bauarbeiten bis 2030 eingeschränkt.

Quellen

  1. Another Drop in Rhine Water Levels Risks Even Higher Barge Rates (05.11.2026, Kurzfassung) – Bloomberg
  2. Niedrigwasser am Rhein: Kaub fällt auf 21 cm, kein Regen in Sicht (02.11.2026) – wetter.net
  3. Pegel Kaub, aktueller Messwert (05.11.2026) – PEGELONLINE (WSV)
  4. Pegel sinkt dramatisch: Der Rhein ist bald zweigeteilt (10.08.2026) – Blick
  5. Basler Rheinhäfen: Jeder Tropfen zählt (15.07.2026) – SRF

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.