Rheinmetall senkt die Prognose erneut: Boxer-Auftrag rutscht, Ziel noch 13,2 Mrd. Euro (CHF 12,1 Mrd.)
Der Rüstungskonzern kürzt am Mittwochabend Umsatz- und Margenziel für 2026, weil der Boxer-Grossauftrag und Munitionsabnahmen ins nächste Jahr rutschen. Das dritte Quartal war stark, die Aktie gab nachbörslich trotzdem rund 2 % nach.
Rheinmetall hat am 4. November gegen 18 Uhr die eigenen Erwartungen für 2026 zurückgenommen. Der Düsseldorfer Konzern rechnet nun mit einem Umsatz von rund 13,2 Mrd. Euro (CHF 12,1 Mrd.). Bisher galt eine Spanne von 13,7 bis 14,2 Mrd. Euro (CHF 12,6 bis 13,0 Mrd.). Die operative Marge soll rund 18,5 % statt rund 19 % erreichen. Gegenüber dem Vorjahresumsatz von 9,94 Mrd. Euro (CHF 9,13 Mrd.) wäre das immer noch ein Plus von rund 33 %. Es ist nicht die erste Kürzung: Schon nach dem Aus für die Fregatte F126 hatte Rheinmetall das Umsatzziel um bis zu 300 Mio. Euro (CHF 276 Mio.) gesenkt.
Boxer und Munition verschieben sich
Hauptgrund ist das Projekt Arminius, ein Grossauftrag für den Radpanzer Boxer. Mit dem Auftragseingang könne 2026 nicht mehr gerechnet werden, teilte das Unternehmen laut Handelsblatt mit. Damit rutschen auch Anzahlungen und Umsätze ins Jahr 2027. Medien hatten den Auftrag zuvor auf über 20 Mrd. Euro (CHF 18 Mrd.) inklusive Mehrwertsteuer beziffert, rund die Hälfte davon für Rheinmetall.
Dazu kommen Verzögerungen im Segment Waffe und Munition. Betroffen sind die Abnahme von Artilleriemunition durch die Kunden und laut BondGuide die Zusammenarbeit mit Destinus. Die tiefere Marge begründet der Konzern mit einem veränderten Produktmix. Auch das Ziel, mehr als 40 % des Gewinns in Bargeld umzuwandeln, dürfte verfehlt werden. Der operative Free Cashflow, also der frei verfügbare Mittelzufluss aus dem Geschäft, soll aber positiv bleiben.
Starkes Quartal, schwächerer Eingang
Die vorläufigen Zahlen zum dritten Quartal sind solide. Der Umsatz stieg auf 3,149 Mrd. Euro (CHF 2,89 Mrd.). Das Wachstum geben die Quellen mit 32 bis 36 % an. Analysten hatten laut FTD im Schnitt mit rund 3,23 Mrd. Euro (CHF 2,97 Mrd.) gerechnet, der Umsatz blieb also leicht darunter. Das operative Ergebnis wuchs um 62 % auf 553 Mio. Euro (CHF 508 Mio.), die Marge auf 17,5 % nach 14,8 %. Der Auftragseingang lag mit 2,893 Mrd. Euro (CHF 2,66 Mrd.) leicht unter dem Vorjahr. Der operative Free Cashflow betrug minus 82 Mio. Euro (CHF minus 75 Mio.) nach minus 168 Mio. Euro (CHF minus 154 Mio.).
Die Aktie hatte den Xetra-Handel bei 1003,40 Euro (CHF 922) beendet, rund halb so hoch wie beim Rekord von 2007 Euro (CHF 1843) im Oktober 2025. Der Kurs veränderte sich am Mittwoch damit kaum, obwohl Rüstungswerte nach dem Sieg der Demokraten unter Druck standen. Analysten erwarten laut Reuters, dass das beantragte US-Verteidigungsbudget im neuen Kongress kleiner ausfallen könnte. Der vollständige Quartalsbericht folgt am Donnerstag, Ende November lädt Rheinmetall zum Kapitalmarkttag nach Hamburg.
Quellen
- Verzögerungen bei Boxer und Munition: Rheinmetall senkt Prognose 2026 erneut (04.11.2026) – cash.ch
- Verzögerungen bei Aufträgen – Rheinmetall senkt Prognose (04.11.2026) – Handelsblatt
- Auftragsverschiebungen bremsen Jahresziele bei Rheinmetall (04.11.2026) – BondGuide
- AI data-center stocks slide, renewables rally after Democratic US midterm sweep (04.11.2026) – Reuters via Yahoo Finance
- Rheinmetall Quartalszahlen: Boxer-Zweifel drücken die Aktie (04.11.2026) – FTD
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.