Roche-Lungenkrebsmittel Divarasib verlängert Überleben um fast sechs Monate gegenüber Konkurrenz
Am ESMO-Kongress in Madrid hat Roche am 25. Oktober die vollständigen Daten der Studie Krascendo 1 vorgelegt. Divarasib schlug zwei bereits zugelassene Medikamente in einem direkten Vergleich deutlich. Für den Konzern ist das ein wichtiger Baustein in der Krebsforschung.
Roche hat am Sonntag, 25. Oktober, am Jahreskongress der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) in Madrid die Detailergebnisse zu seinem Wirkstoff Divarasib präsentiert. Bereits Anfang Juli hatte der Basler Konzern gemeldet, dass die Phase-III-Studie Krascendo 1 ihr Hauptziel erreicht hatte. Konkrete Zahlen fehlten damals. Jetzt liegen sie vor und wurden gleichzeitig im Fachjournal «New England Journal of Medicine» veröffentlicht.
Direkter Vergleich mit zugelassenen Mitteln
Divarasib richtet sich gegen eine bestimmte Genveränderung namens KRAS G12C. Sie kommt laut Roche bei etwa einem von acht Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs vor. Für diese Gruppe gibt es bereits zwei zugelassene Medikamente der ersten Generation: Sotorasib von Amgen (Lumakras) und Adagrasib (Krazati). Roche bezeichnet Krascendo 1 als einzige weltweite Studie, die ein Mittel der nächsten Generation direkt gegen diese beiden Produkte antreten lässt.
An der Studie nahmen 338 Patientinnen und Patienten teil, deren fortgeschrittener Lungenkrebs nach einer ersten Behandlung zurückgekehrt war. 167 erhielten Divarasib, 171 eines der beiden Vergleichsmittel, in der grossen Mehrheit Sotorasib.
Die wichtigsten Zahlen
Bis zum Fortschreiten der Krankheit vergingen mit Divarasib im Mittel (Median) 9,8 Monate, in der Vergleichsgruppe 5,7 Monate. Das Risiko für ein Fortschreiten oder den Tod sank damit um 42 %. Auch beim Gesamtüberleben zeigte sich ein klarer Unterschied: 17,7 Monate gegenüber 12,0 Monaten in einer ersten Zwischenauswertung. Das Sterberisiko lag um 44 % tiefer. Bei 58 % der Behandelten schrumpfte der Tumor sichtbar, in der Vergleichsgruppe bei 32 %.
Bei der Verträglichkeit fällt das Bild gemischt, aber insgesamt günstig aus. Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen traten mit Divarasib häufiger auf, meist in leichter Form. Schwere behandlungsbedingte Nebenwirkungen waren dagegen seltener (7,8 % gegenüber 15,2 %), und nur 4,8 % brachen die Therapie deswegen ab, verglichen mit 11,7 % in der Kontrollgruppe. Studienleiter Ferdinandos Skoulidis vom MD Anderson Cancer Center in Houston sprach vom ersten KRAS-Hemmer, der das Gesamtüberleben bedeutsam verbessere.
Noch keine Zulassung
Divarasib ist noch nicht zugelassen. Roche teilt mit, eng mit den Gesundheitsbehörden zusammenzuarbeiten, nennt aber keinen Zeitplan für Zulassungsgesuche. Die US-Behörde FDA hatte dem Mittel bereits 2022 den Status «Breakthrough Therapy» erteilt, der ein beschleunigtes Verfahren ermöglichen kann. Medizinchef Levi Garraway sieht das Potenzial für einen neuen Behandlungsstandard bei vorbehandelten Patienten.
Zwei weitere Studien sollen das Einsatzgebiet ausweiten. Krascendo 2 prüft Divarasib in Kombination mit dem Immuntherapeutikum Pembrolizumab bereits in der Erstbehandlung. Krascendo 3 untersucht den Einsatz nach einer Operation in früheren Krankheitsstadien. Gelingt auch dort der Nachweis, wäre die Zahl der möglichen Patienten deutlich grösser als heute.
Neben Divarasib zeigte Roche in Madrid weitere Daten, etwa zum Brustkrebsmittel Giredestrant und zum Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Tam-Peli gegen Nasenrachenkrebs. Eine Umsatzprognose für Divarasib hat Roche nicht veröffentlicht.
Quellen
- Roche's divarasib demonstrated best-in-class efficacy (25.10.2026) – Roche / GlobeNewswire
- Divarasib Improves Survival in Pretreated KRAS G12C-Mutated NSCLC (25.10.2026) – OncLive
- Roche-Krebsmittel Divarasib übertrifft bisherige Lungenkrebs-Therapien (25.10.2026) – cash.ch / AWP
- Roche präsentiert Krebsdaten an Kongress in Madrid (19.10.2026) – cash.ch / AWP
- Roche meldet Durchbruch bei Lungenkrebs-Kandidaten (02.07.2026) – stock3
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.