Rüstungsaktien fallen nach dem Demokraten-Sieg: BAE verliert 4 %, Windwerte legen kräftig zu
Europas Börsen steigen nach den US-Zwischenwahlen, doch Rüstungswerte bleiben zurück. Anleger rechnen damit, dass der neue Kongress die Militärausgaben genauer prüft. Gefragt sind dagegen Banken und Anbieter erneuerbarer Energien.
Am Mittwochmittag zählten die Rüstungsaktien zu den grössten Verlierern in Europa. BAE Systems gab in London rund 4 % nach. Hensoldt, Thales und Saab verloren um die 3 %, Leonardo 2,6 %, Rheinmetall 2,1 % und Renk 1,8 %. Der breite STOXX 600 stieg am Vormittag dagegen um 0,9 %. Die Demokraten haben bei den Wahlen vom 3. November die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses gewonnen.
Trumps Budgetpläne verlieren an Rückhalt
Hintergrund sind die Pläne von Präsident Donald Trump. Er verlangte im Januar ein Militärbudget von 1500 Mrd. Dollar (CHF 1220 Mrd.), bewilligt sind 901 Mrd. Dollar (CHF 735 Mrd.). Die Forderung trieb die Kurse damals nach oben, die Gewinne sind laut Investing.com aber grösstenteils wieder verloren. Eine Abstimmung über den Haushalt gilt vor 2027 als unwahrscheinlich. Zudem hat der Kongress noch kein Geld für die Grossaufträge gesprochen, mit denen die Konzerne ihre Lager füllen wollen.
Die Sorge ist nicht neu. Schon im Oktober berichtete die Financial Times, wie 20 Minuten zusammenfasste, dass Anleger eine Bremse für die Aufrüstung fürchten. Ein US-Branchenfonds von iShares verlor von Anfang Juli bis Mitte Oktober 16 %, während der S&P 500 um 3,5 % stieg. Analyst Robert Stallard von Vertical Research Partners sah dabei einen fast parallelen Verlauf von Trumps politischen Aussichten und den Rüstungskursen.
Grüne Energie als Gegenstück
Die Gegenbewegung zeigte sich bei Windkraft und sauberer Energie. Ørsted gewann am Vormittag über 7 %, Nordex 5,6 % und Vestas rund 5 %. Anleger setzen offenbar darauf, dass die Branche unter einem demokratischen Kongress weniger Gegenwind erhält. Die Solarwerte hatten bereits in den letzten Tagen zugelegt.
Für Europas Hersteller ist das US-Budget allerdings nur ein Teil des Bildes. Die NATO-Staaten peilen bis 2035 Ausgaben von 5 % des Bruttoinlandprodukts für Verteidigung und Sicherheit an. Unsicher bleibt die Lage rund um die Ukraine: Die Demokraten könnten zwar Gelder für die Ukraine beschliessen, die Regierung könnte diese aber zurückhalten. Joan Lee vom European Council on Foreign Relations riet den Europäern gegenüber Euronews sinngemäss, zweckgebundene Mittel als Absicht zu sehen, nicht als feste Zusage.
Quellen
- European defense stocks slip as Democratic midterm win raises spending worries (04.11.2026) – Investing.com via Yahoo Finance
- US midterms: What Trump's defeat means for Europe and global markets (04.11.2026) – Euronews
- European defence stocks in panic: What's next for Europe's rearmament trade? (25.06.2026) – XTB
- Rüstungsaktien brechen wegen Demokraten-Sieg ein (20.10.2026) – 20 Minuten
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.